Glasplatte und Neujahrs-Clean

emanuel

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Vor vermutlich 15 oder mehr Jahren hatte ich mir mal einen Glastisch angeschafft. Irgendein so klassisches Büro-Schreibtisch-Teil, das nicht nur ungemütlich war, sondern auch sehr laut. Jedes Mal eine Tasse absetzen oder einen Stift hinlegen, wurde mit einem lauten "Klack" begleitet, außerdem waren die Unterarme ständig kalt, weil glatte, kühle Glas-Oberfläche. Also völlig sinnlos, aber mir hatte es viele Jahre lang gefallen und zudem ist so ein Ding auch pflegeleicht. Irgendwas verschütten oder ein paar Brösel... einfach wegwischen. Kratzer? Keine Chance... in all den Jahren habe ich es nicht geschafft, einen Kratzer in die Fläche zu bekommen, es hat auch heiße Töpfe und andere Abenteuer überlebt, inklusive fallende Hammer und solche Späße. 😙

Irgendwann wollte ich das Ding aber nicht mehr haben und bin stattdessen auf einen großen, gemütlichen Echt-Holztisch umgestiegen. Deutlich besser und jeder Kratzer macht das Ding lebendiger und schöner. Was aber tun mit dem alten Glastisch? Das Gestell habe ich irgendwann entsorgt und die Platte diente lange Zeit als Unterlage für verschiedene Dinge... als Rückenlehnen-Stabilisator hinter einer Matratze, als Wandschutz neben dem Bett und dergleichen und irgendwann habe ich festgestellt: egal, was ich mache, diese Glasplatte, länger als 2 Meter und einer Breite von 1.50 Meter bricht einfach nicht.

Natürlich habe ich das bis auf das Äußerste vor einigen Jahren getestet... bedeutet naturgemäß darauf herum springen, sie einfach mal umkippen lassen, natürlich auf harte Hindernisse, mit dem größten Eisen-Hammer, den ich hatte, auf die Platten-Oberfläche schlagen und als Highlight mit einem Glasschneider quer durch die Mitte einen Cut vorgenommen und versucht zu brechen. Chancenlos.

Erstaunlich, wenn man im Laufe der Zeit lernt, wie unglaublich solide so eine Sicherheitsglasplatte mit gerade mal 7~8 Millimeter ist und sie sogar mit roher Gewalt einfach nicht bricht, man sie herumtragen, an der Kante aufstellen, mehr oder weniger biegen und so weiter kann.... allerdings mit der Schattenseite: das Teil war groß und verdammt schwer. Locker 20 Kilo oder dergleichen. 😮‍💨

Nun steht das neue Jahr bevor und auch die Erkenntnis - oder sagen wir "Erfahrung" nach dem Tod eines Angehörigen unlängst - bringt einem dazu, mal wieder so überlegen, was man denn so zu Hause an Dingen hat, die man eigentlich nicht braucht, die auch keiner mehr möchte und sie außer Ballast eigentlich nichts tun. Würde ich tot umfallen, würde es wohl jeden Angehörigen überfordern, diese Platte los zu werden.

Also mal wieder überlegt, was tun... in einem Stück entsorgen, nur wie? Zu schwer zum vernünftigen (sicheren) Tragen in der Öffentlichkeit und ein klassisches Auto spielt auch aus Platzgründen nicht mit. Zerlegen bedeutet zerbrechen... nur wie zerbricht man eine Sicherheits-Glasplatte? Ganz klassisch, denn so wie bei Auto-Scheiben oder in Zügen und so weiter, kann man mit einem spitzen Schlag an die richtige Stelle das Ding binnen einer Sekunde in feine Krümmel zerfallen lassen.

Und... ich habe das im Nothammer-Style probiert und es ist genau.... nichts passiert. Beidseitig, dafür hatte ich dann kleine Löcher im Glas, aber keinen Sprung, kein Knistern, nichts... auch mit wirklich massiver Gewalt und Druck habe ich außer kleinen Bruchlöcher nichts reingebracht.

glas01.jpg

Youtube aber sei Dank war aber auch das schnell gelöst, denn per Zufall ist mir dann wieder das Video von einem Typen eingefallen, der ähnliche Platten mit einem Mini-Hammer zerfallen lassen hatte... und zwar an einem Eck an der Kante. Und ich muss sagen: es klappt(e) erschreckend leicht und sofort. Gerade mal ein sanfter Tupfer, als würde man gerade mal versuchen einen kleinen Nagel in einen Joghurtbecher zu schlagen und es machte ein kurzes Knacken und dann Rieseln und vorbei war es mit der Platte.

Ein 2 Sekunden-Projekt. Wie das die Jahre lang gut gehen konnte, ist beeindruckend. 😗

Ich hatte allerdings in meiner kühnen Gedankenwelt natürlich nicht gerechnet, dass es wirklich schon beim ersten, leichten Schlag soweit ist und sie deshalb noch nicht extra am Boden abgelegt, sondern auf Kisten liegen lassen... mit dem Resultat und dem Erlernten, dass es wirklich anstrengend und mühsam ist, das Granulat wieder überall aus den Kartons, den Dingen darin und aus den ganzen Rillen rauszubekommen. 🥳

glas02.jpg

Immerhin ist das Problem aber gelöst, der örtliche Sperrmüllplatz ist im Bauschuttbereich um 20 Kilo schwerer geworden und ich habe eine große Last aus dem Leben gebracht und muss nicht mehr eine 2x1.5 Meter Platte mitbedenken, wenn ich mal wieder die Wohnung ein wenig umgestalte. Das ist dann der Moment, wo man sich auch fragt, warum man sich nicht schon einige Jahre zuvor damit beschäftigt hatte. 🥲

Nebenbei habe ich auch gleich alte Netzteile, Farbkübel, kleine, alte Glasplatten und Dämmschaumstoff auch entsorgt sowie Reste einer Werkbank.
Damit kann man sagen, ist meine Wohnung um ca. 30 Kilo leichter und größer geworden. Gut so!
 
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