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Startpage

Ein kleines Experiment ist nun soweit geglückt, dass ich wohl dauerhaft bei diesem Setting bleiben werde. Ich habe nämlich vor einiger Zeit meine übliche Standard-Startseite in Firefox - die direkte Google-Suche - über Bord geworfen und stattdessen Startpage.com eingebunden. Und nach einiger Umgewöhnung fühlt es sich richtig gut an, so dass mein Bedürfnis nach einer soliden Alltags-Lösung ausreichend gestillt ist.

Was ist Startpage?

Eine alternative Suchmaschine, die man als Ersatz für Google und andere Anbieter nutzen kann. Zumindest oberflächlich, denn die Stärke von Startpage (bzw. ehemalig auch Ixquick) liegt vor allem beim Datenschutz und dem Auflösen der eigenen Filterblase.

Die Suchseite selber macht nichts anderes, als dass sie Suchanfragen an Google anonymisiert weitergibt und auch einen Proxy bei Bedarf anbietet.

"Startpage generiert seine Treffer auf der Datenbasis von Google, verwendet jedoch zur Trefferselektion eigene Such- und Rankingalgorithmen. Entsprechend sind die Suchergebnisse durch das fehlende User-Tracking nicht personalisiert, es wird keine IP-abhängige Filterung vorgenommen (siehe Filterblase) und die angezeigten Treffer werden nicht an bereits vorher getätigte Suchanfragen angepasst."

Man macht sich also die Suchergebnisse von Google zwar zu Nutzen, denn darin ist das weltumspannende Unternehmen immer noch besser und vor allem aktueller & schneller als die Konkurrenz, allerdings ohne, dass man seine IP und andere Dinge direkt mit Google teilt. Man könnte sagen, dass Startpage quasi eine Zwischenschicht ist oder eine ergänzende Schutzmauer im Alltag - siehe Wikipedia.

Im Gegensatz zu DuckDuckGo.com, die eigene Ergebnisse ausliefert und auch überall ständig als DIE Alternative empfohlen wird - aber in meinen Augen eher, weil einfach das Marketing gut und vor allem lauter ist. Die Suchergebnisse sind mir nach langen Tests aber zu schwach und vor allem oft auch zu veraltet bzw. nicht frisch und aktuell genug.

Fairerweise muss man aber sagen, dass Startpage von Google insofern abhängig ist, dass wenn Google nach eigenem Ermessen diverse Seiten ausfiltert, auch Startpage natürlich ebenso nicht darauf zugreifen kann. Das umgeht DuckDuckGo und bietet dadurch weniger Zensur-Abhängigkeiten (vermutlich oder zumindest aus diesem Eck).

Qwant.com ist auch noch eine (französische) Alternative, allerdings stört mich dort die Kombination mit Social Media und anderen Gedöns. Vermutlich auch, weil ich veraltet und verkrustet in der historischen Text-Welt des WorldWideWebs eines Tim Berners-Lees hängen geblieben bin.

Und Searx.me sollte auch noch an dieser Stelle erwähnt werden - aber die lasse ich mit Details mal vorläufig hier aus. Fairerweise sollte man generell sagen, dass wohl eine Kombi aus Startpage, DuckDuckGo und Quant (und oder Searx generell) der beste Weg im Alltag ist - für meinen kleinen, unspektakulären Nutzer-Alltag beschränke ich mich jedoch vorwiegend auf Startpage.

Sind die Ergebnisse nicht schlechter?

Sie sind anders. Aber genauso gut, denn man nutzt ja die Google-Ergebnisse prinzipiell. Und da merkt man erst, wie sehr eigentlich die Suchergebnisse in der Regel seinen Bedürfnissen und Profil angepasst werden - denn bei der Nutzung von Startpage ändern sich die Ergebnisse doch recht merkbar & umfangreich und auch die Sortierung ist anders.

Das kann im ersten Moment etwas unvorteilhaft wirken, es zeigt sich aber, dass es tatsächlich nur Gewöhnung und, wie üblich, eine reine Kopfsache ist. Der Alltag ist jedoch weder beeinträchtigt noch tatsächlich "anders" unterm Strich.

Weniger ist mehr

Das Einzige (was mich generell bei Suchmaschinen stört) ist, dass einfach viel zu viel rundherum angezeigt wird. Auch wenn Google noch immer besser ist, als der Rest, kann es Startpage eine Spur besser - wenn auch mit Pi-hole, uMatrix, uBlock und anderen Tools in Ergänzung.

Und ich mache mir die userContent.css-Möglichkeit unter Firefox zu Nutze, wo ich für bestimmte Seiten ein eigenes, visuelles Auftreten definieren kann. Soll heißen, ich sage der Seite, dass sie so oder so grafisch dargestellt wird. In meinem Fall nicht unüberraschend so wenig wie möglich und das schaut dann so aus:

Das ist die von mir gestrippte Startseite, die mich nun jeden Tag und auch bei jedem neuen Tab begrüßt. Einfach, schlicht und unkompliziert.

Dementsprechend habe ich mir auch die Ergebnisse an meine Bedürfnisse angepasst und alles ausgeblendet, was nicht irgendwie wirklich notwendig ist... das macht es sehr angenehm und sympathisch.

Visueller Vergleich

Hier übrigens ein Vergleich zwischen meiner Startpage-Suchseite und der Google-Suchseite - und auf der wird schon die Werbung ausgeblendet - trotzdem ist sie eigentlich überfrachtet mittlerweile.

Das Gleiche gilt auch für die Suchmaschine Bing. Auch hier sind nicht nur die Ergebnisse anders, sondern auch verspielter. Natürlich kann man aber auch Google und Bing und andere Suchseiten genauso auf so eine Ansicht umgestalten.

Fazit

Alles in allem, kann ich die Nutzung von Startpage eigentlich nur empfehlen. Ich kann und werde allerdings nicht behaupten, dass man dort sicher ist, denn auch an diesem Schnittpunkt im Netz wird definitiv mitgeschnorchelt und speziell wenn es um EU-Richtlinien geht, bin ich immer sehr skeptisch, aber dennoch:

"Am 14. Juli 2008 wurde Ixquick/Startpage mit dem ersten Europäischen Datenschutz-Gütesiegel (EuroPriSe) ausgezeichnet. Damit ist Startpage/Ixquick die erste und einzige offiziell nach EU-Datenschutzrecht geprüfte und zertifizierte Suchmaschine."

Das ist zwar auch schon wieder lange her, allerdings hat sich an den Angaben - zumindest meines Wissens nach - nichts geändert. Man könnte also auch andersrum sagen: es könnte schlimmer sein. Ich habe zumindest auf jeden Fall ein etwas besseres Gefühl, auch wenn man den ganzen anderen Weg, wie Server, Routing, Netzanbieter und so weiter, die ja auch alle mittracken, nicht aus dem Weg gehen kann. Allerdings hilft hier ergänzend und zusätzlich ein wenig meine Pi-hole / Unbound Installation und andere Dinge, auf die ich das nächste Mal eingehen werde.