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2015-01-11

Aktuell haben wir mal wieder das passende Wetter, das einem einerseits an die frische Luft lockt und dann kurz darauf wieder dazu führt, dass man sich am liebsten mit einer Bettdecke umgewickelt auf’s Sofa setzt und die Kerzen anzündet – während draußen der Sturm und die Kälte das Land ergreifen.

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Ich nütze sowas immer wieder für eine Reorganisation meiner Alltagsdinge, sei es die alte Kiste mit alter Kleidung, die Löcher oder Risse besitzt, aber auch ebenso auf technischer Seite. Wer im Forum ein wenig mitgelesen hat, der weiß ja, dass ich seit geraumer Zeit über ein Chromebook verfüge und auch mehr und mehr damit arbeite beziehungsweise den Alltag damit bestreite.

Das bedeutet natürlich eine Umstellung, den auf einem Chromebook läuft eben nicht die klassische Programmschiene, sondern alles ist online basierend – oder eben gar nicht vorhanden. Aber das Prinzip habe ich drüben eh schon ausgebreitet und ausführlich erwähnt.

Und während ich mich da also ein wenig so umstelle und umgewöhne, merke ich wieder, wie verschachtelt und etwas zu komplex meine ganzen, persönlichen & eigenen Accounts so sind… damit meine ich meine Email-Adressen, meine Webseiten, deren Accounts und deren Anbieter wiederum. Zwar habe ich in den letzten Jahren viel umstrukturiert und neu angepasst, auch vieles vereinfacht, aber in Wirklichkeit blieb der originale und harte Kern unberührt.

Seit über zehn Jahren bin ich jetzt deshalb bei meinem ersten Provider noch immer mit meiner eigenen, privaten, ersten Webseite – mit meinem Portfolio. Warum ich bis heute nicht dem Umstieg gemacht habe, um auf den neuen Anbieter zu wechseln, auf dem zum Beispiel auch dieser Blog läuft, weiß ich selber nicht – bin nun aber seit einigen Tagen dahinter. Heißt also: Verträge mühsamst kündigen, damit aber Kosten deutlich sparen und teilweise um fast 70% dadurch zu reduzieren. Und alles unter einem User bei einem Provider zusammenziehen und nur noch zwei Server in der Liste führen, die es zu pflegen gilt.

Aber es ist extrem mühsam, denn mein alter Anbieter machte nicht nur schon damals massive Probleme, sondern auch jetzt. Support-Anfragen werden nur zögerlich beantwortete, wenn überhaupt, Kündigungen und Vertragsänderungen, die in den letzten Jahren immer ausschließlich via Email gelöst wurden, müssen plötzlich wieder im Retro-Style unterschrieben via Fax zugesendet werden (damit sie sich noch länger Zeit lassen können), Reaktionen sind spärlich und aktuell warte ich nun als nächsten Schritt darauf, dass mein alter Domain endlich freigeschalten und neu übernommen werden kann. Ich befürchte, dass das ebenso wieder Tage oder länger dauert.

Außerdem bin ich jetzt am Schluss noch auf ein katastrophales Sicherheitsleck gestoßen – denn in meinen Online-basierenden Email-Accounts beim alten Provider tauchten plötzlich Adressbuch-Einträge auf, die definitiv nichts mit mir zu tun haben oder je von mir stammen könnten. Das Ganze auch noch in verschiedenen Kategorien und mit Schlagwörtern, die völlig außerhalb meiner Welt laufen… also Recherche.

Ich habe mich fast eine Stunde lang durch die Adressen geklickt, die Personen „erforscht“ und dann feststellen müssen, dass hier mehrere Kunden „vermischt“ worden sind (auf technischer Ebene). So habe ich Zugriff auf den kompletten Adressbuchbestand eines großen Wiener Architekturbüros, einer umfangreichen Institution an Kreativen, ebenso in Wien beheimatet, aber auch von einem Fotografen aus Niederösterreich. Nicht nur deren Kunden, sondern alles… bis hin zu den Kontaktdaten der Eltern, Kinder und so weiter. WTF?!

Das ist nicht nur „blöd“ und „oje“, sondern Datenschutzmäßig eine absolute Katastrophe und eigentlich das reale Worst Case, das neben einem Hack~Crack oder einem vollständigen Blackout einem Provider überhaupt passieren kann. Das muntere Verteilen von Kundendaten an Andere. Erst wollte ich den Provider direkt informieren, habe mich aber dann doch dazu entschlossen stattdessen lieber den betreffenden „Kollegen“, also Inhaber der Adressbücher, persönlich Bescheid zu geben und sie darüber zu informieren.

Wenn ich wüsste, dass ich über einen guten Rechtsanwalt verfüge, dann würde ich den Firmen-Namen auch hier in den Titel schreiben und direkt offen überall anprangern (auch gleich wegen anderen, kleinen Lecks, die im Laufe der Jahre immer wieder aufgetaucht sind), aber ich weiß, dass ich da den Kürzeren ziehen würde und der Eintrag hier dann sicherlich als Geschäftsschädigend gilt. Das ist es mir nicht wert, denn ich will von dort nur weg – glücklicherweise habe ich dort immerhin selber nur wenige, persönliche Daten gespeichert gehabt und nun umfassend erst recht entfernt… zudem gibt es sowieso etliche Anzeichen dafür, dass der Provider auf einen Konkurs steuert beziehungsweise still und leise vermutlich absüffeln wird.

Kein Wunder: unsicher, ein mieser Support, völlig überteuerte Preise aus dem Jahr 2000 zum Teil noch, technisch am letzten Stand und von Freundlichkeit keine Spur. Und immer wieder Lecks, Hacks oder Ausfälle. Ich hoffe deshalb, dass die Info-Mail an die anderen Betreffenden bezüglich ihrer Daten da eine Kettenreaktion auslösen, denn freier Zugriff auf persönliche Kontaktdaten bzw. Adressen ist ein absolutes NoGo und eigentlich sogar für den Provider selber meldepflichtig. Bla.

Den Umzug des alten Domains und zweier alter Webseiten nütze ich aber dann auch gleich, mein persönliches Auftreten im Netz völlig neu zu gestalten. Zukünftig will ich wirklich nur mehr höchstens zwei Seiten haben… das ist mein Portfolio mit meinen Arbeiten, Fotos, Infos über mich und so weiter – und dieser abgelöste Blog hier. Wobei ich eigentlich am liebsten alles auf einer einzigen Webseite konzentrieren möchte, aber dazu ist mir wiederum der Wirkungskreis – zumindest aktuell – des Blogs im analogen Leben dann doch wieder zu groß und zu komplex… wie ich ja bereits das letzte Jahr lernen durfte. Aber eigentlich hätte ich gerne ein Portfolio-Blog-Foto-Notizen-Ding in einem Guss und Form online mit einer Hauptadresse. Schauen wir also mal, was ich da noch machen werde mit der Problematik.

Aber es zeichnet sich mehr und mehr ab, dass ich bald das Limit von Fokussierung und technischer Konzentration erreicht habe. Immerhin.

Aja und nach mehr als acht Jahren oder so (?) habe ich nun zum Beispiel auch endlich meinen Paypal-Account stillgelegt und gelöscht, ebenso wie einige, alte Social-Accounts und bei diversen Tool-Anbietern ebenso. Twitter ist mir sozial genug mittlerweile und deckt meinen Bedarf, das Forum als Projekt hier nebenan detto und das zukünftige und bald neue Portfolio füttert dann mein Ego und sollte als Referenzierung im Netz ausreichen.

Aber es ist schlimm und überraschend, was sich so an Accounts im Laufe der Zeit ansammeln… Google, Microsoft, Skype, Paypal, Essen-Zustellung, Emails da und dort, Newsletter, Amazon, andere Shops, Post, digitale Kreditkarte, diverse Foren, IRC-Account, diverse Smartphone-Accounts, Webseiten, Server, Provider, TV, Strom, Heizung, Finanzen und noch viele andere Verknüpfungen. Nach 15 Jahren Netz-Zeit wird das irgendwann zuviel und auch unsicher sowie nicht mehr kontrollierbar.

Auch werde ich deshalb meine älteste Email-Adresse zu einem stillen Account machen – und nur notwendige Kontakte auf neue Kontaktdetails rüber ziehen. Nicht weil ich einfach alles wegwerfe oder so (also vergesst gleich die psychologische Analyse), sondern sie ist aufgebraucht im Sinne von dass sie da und dort gesperrt ist mittlerweile – der Account bei meinem alten Provider *husthust* wurde ja leider mehrfach immer wieder gehackt und meine Adresse dabei zwei-dreimal missbraucht mit Folgewirkungen auf Spamlisten, auch ist sie zur Weitergabe oft etwas unpraktisch aufgrund ihres Bindestriches im Namen und so weiter. Also wird auch hier eine Vereinfachung und Neuerung stattfinden.

So. Genug Luft jetzt in diesen Beitrag gepumpt. Wir gehen nun wieder weiter, als wäre nichts geschehen. Pssst!