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Kommentare? Gefühle!

2015-06-05

Das alte und leidige Thema… brauche und will ich noch Kommentare im Blog hier? Ich komme sowieso schon länger davon ab, aber in den letzten Wochen verstärkt immer mehr, denn die Zeiten der kommunikativen Usermasse außerhalb der „sozialen Netzwerke“ ist einfach vorbei. Das muss man sich auch irgendwann einfach einmal eingestehen.

Zudem muss ich ja zugeben, dass es nicht nur mehr kaum Kommentare hier gibt, sondern auch, dass die Wenigen, die mal da und dort auftauchen, oftmals eher sehr persönlicher Natur sind, sprich direkt an mich als Mensch hinter dem Bildschirm gerichtet werden und weniger an den Blog, Text und andere Leser hier, die ja auch hier öffentlich mitlesen (können). Allerdings ist es schwierig, da die Feinheit und die Grenze in Worte zu definieren.

Zudem sollte ich auch erwähnen, dass ich ja bereits die Einstellungen so geändert habe, dass die Kommentare bei Beiträgen nach spätestens 10 Tagen deaktiviert werden.

Ich gehe dabei von meinem eigenen Verhalten aus – zwar stolpere auch ich immer wieder über Blogbeiträge bei anderen Schreiberlingen, allerdings kommentiere ich selber auch nur dann, wenn es sich um einen frischen, neuen Inhalt handelt. Einen Text, der 2011 geschrieben wurde, ist zwar vielleicht auch noch immer höchst interessant und wertvoll, aber da spüre ich ebenso bereits eine Hemmschwelle bei mir, die zwar eigentlich unbegründet ist, aber dennoch sich darin äußert, dass ich auf eine Meinung oder Frage nach dem Text doch eher verzichte. Und ich glaube, so geht es vielen Lesern.

Alternativ sind zwar noch Möglichkeiten wie Facebook und Co. (Likes) zu nennen, doch wie schon früher gesagt, kommen mir die hier in meinem Blog definitiv nicht mehr ins Haus. Hier gibt es kein externes Tracking und vorsätzliche Datensammelei in andere Länder. Ich schaue zwar selber fallweise ein bisschen in ein sehr rudimentäres, selbstgehostetes Statistik-Ding, um zu wissen, wie viele User hier ungefähr zeitweise vorbeischauen, aber das war es auch schon wieder.

Und mehr Möglichkeiten für die Interaktion und Kommunikation mit den Usern gibt es irgendwie nicht. Eigentlich ist ja das Grundprinzip eines Blogs eben der Text und… die Kommentare. Alles Andere ist eigentlich eher irgendwas, nur eben kein Blog. Ja.

Dennoch – ich verlasse jetzt mehr und mehr den Pfad dieser verlorenen Ära und lasse es auch mal gut sein… denn eigentlich vertrete ich sowieso die Meinung, dass die echte Interaktivität im jeweils eigenen Blog des Lesers erfolgen sollte oder wenn jemand wirklich etwas los werden möchte und das ernsthaft will, dann steht ihm oder ihr ja die Email-Adresse zur Verfügung. Berichtigungen oder gar Erweiterungen zu einem Text durch so ein Kommentar-Mail wären für mich selbstverständlich und ich würde den Inhalt dementsprechend einarbeiten, beziehungsweise kann ich selber wiederum per Email direkt dem Schreiber antworten.

Aber natürlich… ich bin, so wie jeder der sich im Netz irgendwie aktiv betätigt, auch nur ein Mensch, dem naturgemäß ein Feedback wichtig ist. Da geht es nicht um die Raketenwissenschaft oder Diskussionen zur Rettung des Planeten, sondern viel eher darum, dass ich das Gefühl habe, dass jemand beim Lesen hier etwas „empfindet“. Egal was.

Freude, Trauer oder Langweile. Alles ist ok, solange „sich Etwas tut“ im Inneren. Frustrierend ist es nämlich, wenn gar keine Reaktionen oder Meinungen entstehen, man fühlt sich dann etwas einsam und verloren. Mensch halt und dieses Bedürfnis hat wohl jeder, der Etwas in der „Öffentlichkeit“ macht und Andere daran teilhaben lässt – weil sonst würde man es ja nicht tun.

Auf der anderen Seite kann man Reaktionen und Meinungen nicht einfordern, schließlich schaffe ich das ja auch nicht, bei jedem Blog und Text immer etwas zu „sagen“ oder zu schreiben. Da wäre ich wohl den ganzen Tag auf Dutzenden Seiten schwerst beschäftigt.

Sprich, erzwingen kann man es nicht, denn das ist schon im analogen Alltag in der direkten Kommunikation schwer – viele sagen halt einfach „Nichts“. Desinteresse, keine eigene Meinung, Unsicherheit, Langweile oder Faulheit. Oder auch die Vermeidung von Konflikten. Gründe gibt es wohl viele.

Deswegen habe ich ein wenig herumgesucht und versucht, eine Möglichkeit zu finden, wie ich die Kommentare einstampfen kann (die zudem ja auch technisch fordernd sind – Spam, Werbung und Co. lassen grüßen) und auch auf Facebook und all diese Sammelbecken der Menschheit verzichten kann, aber dennoch die Möglichkeit offen lasse, eine Reaktion zu hinterlassen, die mir zeigt, da „tut sich etwas“ und die aber zugleich so ist, dass sie keine große Aktion erfordert oder gar Daten verlangt.

Und bin bei einem banalen Plugin hängen geblieben, das einfach Smilies am Ende des Beitrages einblendet und Euch ermöglicht, eine Stimmung oder Meinung sozusagen grafisch zu äußern. Ist zwar nicht das Gelbe vom Ei und schafft eine gewisse Barriere und Abgrenzung, weil der Leser damit eingeschränkt wird und bei einem Wutanfall (oder Freude) nicht in die Tasten hauen kann… aber mein Blog ist so klein und einfach, dass das nicht weiter ins Gewicht fällt. Ich schreibe ja selten über Politik, Wirtschaft oder Sex – dadurch reduzieren sich die Reibungsflächen massiv.

Zugleich bieten mir die Smilies einen Hauch von „Ah, da hat jemand was gelesen und ist nun gelangweilt – immerhin!“… und das meine ich ernst. Es reicht zumindest zu erfahren, wie Texte gelesen werden und womöglich verstanden werden. Stichwort Ironie. Der eine versteht sie auf Anhieb, der Andere nicht. Die Eine liest den Text gerade gut gelaunt und sieht das Positive in ihm, die Andere ist zu Tode frustriert und entdeckt die depressiven Aussagen – dementsprechend unterschiedlich sind damit also die Reaktionen und Emotionen.

Und dafür reichen die Smilies ja wirklich aus.