Startseite
Updates · Suchen

Ich fühle mich lebendig

2014-12-29

Nur gerade nicht. Momentan bin ich eigentlich wütend. Sauer und angefressen. Dass man einen Job hinter sich lässt, abschließen will und sich neu ausrichten will. Dass man es langsam schafft, seinen Kopf abzuschalten, Abstand zu gewinnen, Menschen zu vergessen und Inhalte aus seinem Kopf streicht. Einfach um seine Ruhe, seinen Frieden und sein Leben wieder zu haben.

Frei leben - nicht möglich.

Stattdessen wird man unerwartet mit irgendwelchen unnötigen Nachrichten aus der dunklen Zeit sogar in Feiertagszeit eingeholt, weil das Ego von Menschen anscheinend so klein ist, dass sie sich nicht anders helfen zu wissen, als ihren Frust und ihr fehlendes Selbstwertgefühl Anderen umzuhängen – um vor sich selber fliehen zu können. Ruinieren sich und ihr eigenes Leben damit immer wieder auf’s Neue. Und können anscheinend nicht anders.

Für mich bedeutet das Kontakte sperren. So leid mir das tut und so schade es auch ist, Menschen, gegen die man eigentlich gar nichts hat, aus seinem Leben zu streichen – die man aber einfach weder erneut sehen, hören oder sonstwie mit ihnen zu tun haben möchte… und sei es aus Selbstschutz.

Das Jahr 2014 war bisher mental eines der Mühsamsten überhaupt, sogar vergleichbar mit der dunklen Schulzeit, die ja nicht gerade zu den Highlights meines Lebens gehört und durchaus tiefe Spuren hinterlassen hat. Aber der Kratzer jetzt ist auch tief genug und er macht mich mittlerweile nur mehr sauer, reizt mich. Abstand muss also sein und tut gut.

Schon alleine aus Trotz. Manchmal muss man Dinge hinter sich lassen und begraben, die man eigentlich lebt und ein Teil von ihnen war. Sich neu finden und neu geboren werden. Mental. Um zu leben und diesen ganzen Frust, der in dem einmaligen Leben völlig unnötig und immer wieder einschlägt, nicht mit zu schleppen und sich dabei kaputt zu machen.

Denn ich werde nicht jünger und die Zeit die man für sich in dieser einen, bewussten Existenz mit Atmen, Herzschlag und Gefühl hat, wird auch von Tag zu Tag kürzer und kürzer. Und irgendwann muss man sich ja auch frei und unbeschwert freuen können. Etwas, das gerade wieder nicht klappt. Und ich weiß mehr denn je: mit verwobenen Menschengruppen ist das einfach nicht möglich. Ganz im Gegenteil. Die karge, ruhige Weite da draußen und im restlichen, langjährigen Freundeskreis tut schon gut und ist richtig so. Denn dort sind dafür auch die paar wenigen Menschen zu finden, bei denen ich mich wohl fühle. Egal ob dabei im Wald, im Schnee, auf der Anhöhe mit Weitblick, am Sofa oder in Gedanken.

Dazu bedarf es oft auch nicht mal vieler Worte, sondern einfach den gemeinsamen Augenblick, das gemeinsame Einatmen und der Blick in die Landschaft.

Fuck nochmal. Ich will doch nur meine Ruhe.