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Holzbett, Netzwelt & Menschen, Wein schlürfen…

2015-01-07

Falls sich jemand fragt (vermutlich nicht), was mir in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen ist, dann war es der x-te Ansatz für den Bau eines Hochbettes im kleinen Zimmer. Die Idee gibt es schon ewig, eigentlich schon seit Jahren, das lächerliche „Konzept“ der paar Streben und Platten ebenso und die Sinnhaftigkeit für eine Art von Zwischendecke ist auch schon lange geklärt.

Außerdem hat sich in meinem Umfeld per Zufall ähnliches ergeben und so durfte ich schon einige dieser Konstruktionen bewundern, auch bestaunen im Hinblick auf deren dünnen Träger und mir diese und jene Ideen dabei holen.

80 Euro würde das Holz dazu kosten, vielleicht nochmal 40 dazu mit den Platten, Winkeleisen und Schrauben sowie Nägel sind vorhanden und schon hätte das kleine Zimmer, das auch als Altbau hoch genug ist, eine zweite Etage – ausreichend zum Sitzen, Schlafen und dergleichen – und unten endlich normalen Platz um zum Beispiel schlicht und ergreifend einfach normal zum Fenster zu gehen oder einen Tisch aufzustellen… denn der Weg wird momentan vom großen Bett verstellt (füllt auch den ganzen Raum aus).

Der liebe Minimalismus

Und dann… ja dann habe ich mich nebenbei mit meinem Forum beschäftigt, ganz kurz überlegt, ob ich denn nicht einen Schwerpunkt aus dem Boden ziehe, der sich Minimalismus nennt (dazu gibt es nämlich tatsächlich eher wenig Plattformen) – habe dann die Idee allerdings schnell wieder verworfen, denn am Schluss sitzt man dann mit lauter Freaks und Egodarstellern da und muss sich freuen, dass sie einem womöglich das Ding vollschreiben. Und diese Thematik – der Kern des unnötigen Geschwafels – hat mir wieder bewusst gemacht, dass ich ja eigentlich das Gegenteil anstreben wollte… weniger ist mehr.

Wenn ich jetzt wieder beginne, so ein Teil, das völlig problemlos in einem Tag aufgestellt ist, mir in die Wohnung zu schleppen und damit neuen Raum schaffe, bietet sich natürlich herrlichst an, diesen hinzugewonnenen Raum auch zu befüllen. Abgesehen davon bedeutet das nicht wenig Holz – in Summe wären es 18 jeweils zwei Meter-Streben… das bedeutet Gewicht, das bedeutet Masse und das bedeutet, dass es da Etwas gibt, das man hat und damit im Falle eines Falles auch wieder loswerden oder transportieren muss. Und schon da widerstrebt sich der Gedanke in mir allen Versuchen der Umsetzung.

Also kein Hochbett oder wie auch immer man diese zusätzliche Ebene nennen würde. Übrigens finde ich es beeindruckend, wie viel Geld andere Menschen für diese Dinge ausgeben… da sind Summen von 800 Euro und noch mehr aufwärts drinnen und zu hören… für billiges Konstruktionsholz, das mit ein paar Winkeleisen und Schrauben zusammengespannt ist, ein paar Sperrholzplatten und die paar Schrauben. Auch 2500 Euro durfte ich schon aufschnappen und dabei ist das Ding nicht größer als mein 90 Euro Bett. Nur halt höher. Fragwürdig, aber jedem das Seine bitteschön.

Und somit bin ich auch wieder beruhigt, dass ich langsam wieder da meine persönlichen Ecken und Kanten zur Zeit finde und schön langsam wieder weiß, was ich denn eigentlich will. Und das ist nicht „viel“ – im wahrsten Sinne des Wortes also. Generell habe ich wieder ein paar Dinge rumliegen oder hängen, die eigentlich weder brauchbar noch nützlich sind und die mir so oder so auf den Nerv gehen. Außerdem sollte ich diese Woche nützen und ein wenig an Unterlagen, Kisten und Co. aufarbeiten – zwecks Notwendigkeit, aber auch um wieder etwas versteckten Ballast los zu werden und neu zu organisieren.

Sitzplatz

Einzig… einen gemütlichen Sessel suche ich noch. So einen Abend-Sessel zum Lesen, Laptop bestarren und der Platz im kleinen Zimmer sucht. Denn seit einigen Tagen plagt mich auch eine kleine Verspannung im Arm und Rücken – und man sollte es ja auch eigentlich wissen. Stundenlanges, unbequemes, seitlich-schräges Liegen zum digitalen Lesen und Film schauen, tut nicht gut und ist nicht gerade für ein erholtes Aufstehen am Morgen zuträglich. Aua – streck.

Aber es gibt auch wieder den neuen Deal… jeden Tag ein kleines Säckchen weniger. Und davon finden sich viele. Von alten Zeitungen, über löchrige Socken bis hin zu Adaptern und Ladegeräten, die irgendwann übrig geblieben sind und keinen Zweck mehr erfüllen, außer dass sie quasi als Sondermüll hier deponiert sind und mich stören. Und Raum auffuttern…

Blogschwafel

Übrigens bin ich schon wieder dabei, zu überlegen, ob ich den Blog hier nicht auf ein anderes System umstelle… würde keine Kategorien mehr bedeuten, keine Kommentare, usw… sondern nur reinen Text zum Lesen. Schwierig wiedermal die Vor- und Nachteile abzuwägen, aber das kennen wir ja schon. Dieser inneren Diskussion stelle ich mich in etwa alle zwei Monate und das Conclusio ist immer das Selbe: ich weiß es nicht.

Irrelevantes Digital-Leben

Ach ja, außerdem war ich gestern in einem Forum für Foren unterwegs und es war köstlich. Die meisten Einträge waren in etwa 2 Jahre alt (also schon wieder fast historisch in der heutigen, digitalen Welt) und da gab es einen Thread (also ein Gesprächsthema), wo es darum ging, sein eigenes Forum aus diesen und jenen fadenscheinigen Gründen auf die Beine zu stellen. Dass in Wirklichkeit fast jeder das nur deswegen macht, weil es einfach einem selber das Gefühl vermittelt „was Cooles“ zu machen, was sonst nicht jeder macht & schafft, wird halt nirgendwo erwähnt – stattdessen sind alle ganz selbstlos und lobpreisen sich mit dem Dienst an der Gemeinschaft und man will ja nur Gutes. Tue ich auch. *genau*

Das Herrliche an der Sache war aber, im Verlauf des Gespräches die Drop-Out-Quote zu erforschen. Von ca. 100 Foren schaffen es vielleicht 8 ein bisschen zu wachsen und von denen bleiben am Schluss dann zwei übrig, die es zu „Etwas“ gebracht haben – also an die 1000 User und mehr. Und von den Beiden wiederum sind nach zwei Jahren wiederum nur Eines übrig. Also 100 sprinten los und nach zwei Jahren kommt einer an das Ziel und sogar der muss kämpfen und ständig parat sein und sich beweisen.

Eigentlich nicht überraschend und eh wohlbekannt, was mich aber dabei dann noch mehr fasziniert ist, dass es unglaublich viele gibt, die VÖLLIG überrascht sind, wie viel Arbeit in einer Webseite, Forum, Blog und Co. steckt, wenn man das Ganze regelmäßig und über lange Zeit betreibt und vielleicht sogar auch noch was reißen will.

{{ „Wie – Du machst das nebenbei? Wie geht das? Ich habe das noch nie verstanden, wie das jemand nebenbei schafft?“

Ja sowas aber auch? Natürlich muss man sich hinsetzen und natürlich muss man ein-zwei oder auch drei Jahre Geduld haben, bis sich eine Webseite oder Projekt erstmal etabliert… und bis dahin ist eine lange Durststrecke und viel „Pushen“ notwendig (und ich rede da nicht mal von kommerziellen Dingen, wo noch mehr zu tun ist). Ich kann mich noch an das Magazin-Projekt mit einer Freundin erinnern, da hatten wir in den ersten Monaten maximal zehn User, wenn überhaupt, auf der Webseite, nach ein-zwei Jahren waren es vielleicht 70 mit Glück. Erst später dann begann es dann plötzlich ein Selbstläufer zu werden. Aber bis dahin braucht es Geduld, Ruhe und viel an Glauben und Hoffnung.

Als ich zum Bloggen begonnen hatte damals vor mehr als zehn Jahren, gab es die ersten Jahre mit viel Schreiben und noch dazu diversen Online-Kanälen vielleicht an die zehn User. In der Woche. Nicht mehr. Und die Hälfte davon waren ich selber oder Freunde und Familie. Erst nach vielen Jahren ging es dann etwas aufwärts, erst da schlugen Suchmaschinen an, erst da ging es nach oben in der Gewichtung und erst da stolperten User da und dort über meine Seite.

Kurzes Angeben

Mein letzter, nicht besonders gut gepflegter Blog, hatte sogar nach dem Stilllegen vor wenigen Monaten trotz der nicht vorhandenen Eigeninitiative weiterhin fast unverändert gleich viele Besucher – teilweise zwischen 30 bis 50 einzelne Leser pro Tag. Und fast alle, weil sie nach etwas gezielt gesucht hatten (und es dann teilweise bei mir fanden). Das klingt zwar nicht viel und ist es auch nicht, aber auf der anderen Seite hielt sich dieses Niveau nun jahrelang recht konsequent und ohne viele Einbrüche. Finde ich persönlich einen guten Schnitt.

Es gibt natürlich andere Seiten, die über tausende Besucher täglich verfügen – aber ja, da steckt dann eine ständige Tagesarbeit darin und sie müssen permanent Neues bieten können, sich jeden Tag wieder etwas völlig Neues einfallen lassen – sonst gehen die Zahlen dann schnell runter und der Frust steigt, so wie die Kosten zuvor.

Und vielen ist irgendwie nicht bewusst, dass auch schon zehn Besucher – speziell heutzutage in der gewaltigen Masse an Texten und Bildern sowie Videos – durchaus „viel“ ist und auf Dauer zu halten nicht mal leicht ist. WENN wir jetzt von klassischem Inhalt ausgehen… von Pornos, leaked Sextapes und Unfall-Videos, Syria-Militaria-Hacker-Zeugs, Enthauptungsfotos und kostenloses Spiele-Downloads rede ich da natürlich nicht. Das ist eine eigene Kategorie.

Wer aber ein bisschen über die Welt schreibt und dabei jetzt nicht unbedingt politisch reizbar, radikal feministisch oder unglaublich egozentrisch schreibt und männlich primitiv, zieht kaum User (auf Dauer) an. Es ist einfach zuviel davon da. Entweder man sticht bewusst wo in ein Hornissennest rein, dann aber ständig, oder man begnügt sich mit einem kleinen Besucher-Kern, den man gut pflegt und hegt. Oder pfeift ganz drauf.

Bei dem Blog hier ist es mir egal – ich schätze, dass sich hier maximal ein bis zwei Leser verirren mittlerweile. Auch beim Forum habe ich keinerlei Stress und dort rechne ich eher in Wochen als in Tagen mit diesen Werten. Aber dass bei Vielen da draußen noch immer diese große Zahlen im Kopf schwirren (und das mit Facebook, Twitter, Instagramm, Tumblr,… im Hintergrund) beeindruckt mich fast – also diese Naivität und der digitale Analphabetismus.

Aber zugleich auch und ein wenig widersprüchlich, dass viele User und Webmaster groß davon reden, dass man sowas ja nur in Vollzeit machen kann. Ja klar. Es gibt auch Menschen, die der Meinung sind, einmal am Tag einzukaufen und einmal staubsaugen ist „urviel Arbeit, das schaffe ich nur einmal im Monat eigentlich„. Nun ja. Mh. Scheitert dann aber eher an der Person, wenn man das als große Leistung sieht. Das Magazin-Projekt der damaligen Zeit hatte damals konsequent an die 20 Stunden pro Woche verschlungen… jede Woche. Zwei-drei Jahre lang und wir sind oft Nächtens stundenlang vor dem Bildschirm gesessen, an praktisch jedem Wochenende zusätzlich und dazwischen auch immer wieder. DAS ist dann echte Arbeit, die man neben einem regulären Alltagsjob macht. Wenn ausreichend Wille da ist, der war dann ganz am Schluss bei mir nicht mehr da, weil einfach dazu tatsächlich nicht mehr die Zeit reichte, aber die Ziele waren da auch anders gelagert.

Aber einen Blog befüllen oder ein Forum… ganz ehrlich. Maximal 30 Minuten pro Tag und das ist es?! In der Zeit rauchen andere Menschen ihre Zigaretten täglich, andere verbringen diese Zeit mit Zeitungslesen am Klo, spielen Playstation, schauen sich eine Sitcom im TV an, streiten oder chatten rum. Oder trinken Kaffee und starren in das Nichts. Diese 30 Minuten sind zwar auch Arbeit (wenn das jemand so sehen mag), aber tatsächlich schaffbar. Problemlos. Wenn man das will.

Und dann erklärt sich schnell, warum von 100 Foren-Startern nur einer übrig bleibt. In Wirklichkeit ist es nicht die Zeit, sondern die Bestimmheit und Konsequenz, die viele nicht „schaffen“ (und verstehen). Und die Erkenntnis, dass man auch dann, wenn man mal soweit und etwas gewachsen ist, wiederum weder damit Geld noch sonstwas verdient – außer vielleicht irgendwo einem Herz, Like oder einer Danksagung (wobei die gibt es eh fast gar nicht mehr im Netz). Eine kleine Referenz vielleicht, da und dort ein paar Euros, die vermutlich nicht mal die Kosten für den Provider decken und ein wenig an persönlicher Reputation, wenn man in den Spiegel schaut. Aber mehr?

Sinnlosigkeit

Da muss man dann noch größere Zahlen nehmen… von 1000 Usern, die Webseiten, Blogs und Foren online stellen, schaffen es vielleicht fünf mehr als drei Jahre stabil und konsequent zu bleiben und einer eventuell, der damit die Kosten decken kann. Von 10.000 ist es dann vielleicht auch nur einer, der damit sich wirklich was dazu verdienen kann, was vielleicht mal für zum Beispiel einen Longboard-Kauf ausreicht, einen kleinen Tagesurlaub oder neue Hardware.

Es gab mal vor einiger Zeit einen großartigen Artikel über Kickstarter-Projekt, die ja heutzutage wie die Schwammerl aus dem Boden schießen. Wenn man in den Medien von diesen Projekten etwas hört, dann immer entweder besonders von sehr auffälligen, provokanten oder auch genialen, noch nicht dagewesenen Ideen. Und dass dieses und jenes Projekt an die soundso-tausend Euros oder Dollar einnehmen konnte. 10.000, 50.000, 120.000 und so weiter. Das speichert man im Kopf ab…

Wer sich aber mal tatsächlich hinsetzt und sich die Kickstarter-Seiten anschaut und auch die Projekte mal durchklickt, etwas begutachtet, stellt dann recht schnell fest, dass die Zahlen der Ausfälle dort ähnlich sind. Von 1000 Projekten gibt es vielleicht ein-zwei Ausreißer, die ihr Ziel erreichen, dann ein paar Wenige, die ihr Geld zusammen bekommen, weil halt finanzstarke Familienangehörige und der große Freundeskreis die 1000 Euro zusammenstopfen, die für den Start von was auch immer notwendig sind… aber ansonsten ist auch dort die große Wüste zu sehen und man kann in ihr verdursten. Hunderte Ideen, die mit fünf oder zehn Euro dahintümpeln und vergessen wurden.

Die Projekt, die es schaffen, sind fast immer die, die gute, professionelle PR im Hintergrund werken haben, die notwendigen Beziehungen dazu und vor allem – und das ist mein persönliches Fazit – den Sprung in die analoge Welt schaffen. Das heißt, „User“ im realen Leben im direkten Umgang, denen man direkt die Hand, das Produkt und die Idee reichen kann und die den Wert und Nutzen „begreifen“ und sehen können. Aber rein digital läuft heute fast gar nichts mehr heute in der breiten Masse, es sei denn, man pumpt viel Geld rein (und bekommt es kaum wieder).

Dass diese Erkenntnis noch immer für Überraschung sorgt, verstehe ich aber nicht… auch: „Ich hab schon seit drei Monaten mein Forum online, aber nur fünf User und das sind meine Freunde. Was mache ich falsch?“ fragt da zum Beispiel eine Userin. Die Antwort ist dann eigentlich: du hast keine Geduld? Keine Ausdauer? Was hast Du Dir erwartet? Dass nach den paar Wochen die Welt da draußen nur auf Dich gewartet hat und das Forum mit den nichtsagenden Inhalten stürmt? Wäre man ganz böse, müsste man ja sagen, dass sie eine Live-Cam installieren und sich nackt vor die Kamera setzen sollte…

Bringt vielleicht etwas mehr – wobei sogar da bot mal ein Mädchen in einem Blog einen offene Einblick. Auch sie hatte sich in etlichen dieser Live-Sex-Cams dargeboten (also chatten und ein wenig sich hin und herbewegen und dabei lieb lachen und zuwinken sowie auf Fragen antworten) – und ihr Resultat war vernichtend: eine kleine Handvoll Euros im zweistelligen Bereich und dass nach einem Monat, Aufgabe ihrer Person & Gesichtes und einer Stundenanzahl, die in keinerlei Relation zum Aufwand steht. Und wenn also schon nicht mal mehr dort ein Geld respektive User aufgrund der Masse in dem Fall zu holen ist, dann ist es mit geschriebenen Wörtern oder Texten, ein paar lustigen Bilderchen und gutem Willen ungleich schwerer und noch weniger einträglich. Sofern man von einem User-Ertrag sprechen will.

Was ist das Ziel genau? Liebe?

Und auch das ist Etwas, was mich manchmal stutzig macht. Ja, natürlich – auch mein Ego wächst, wenn viele Leute hier oder dort mitlesen, zustimmen und zum Beispiel kommentieren. Man freut sich anfänglich über zehn User, dann über 50, dann über 100, dann ist sowieso mal lange nichts und dann über 200 und irgendwann über 1000 und so weiter. Soweit so gut, soweit natürlich und menschlich. Absolut ok.

Nur was erwartet man sich in weiterer Folge? Da schreiben oft in diversen Diskussionen User, Blogger und Co. rein, dass sie sich schon so freuen, wenn sie mal 100 oder 1000 User haben und was sie tun können, um das so schnell wie möglich zu erreichen… nur was ist dann, wenn sie es erreicht haben? Gibt es dann unsichtbare Bonus-Punkte aus Schokolade, die ich bis dato noch nicht kannte? Oder habe ich dann ein Karma-Level erreicht, wo ich kostenlos auf Urlaub oder mir eine Playstation um einen Euro kaufen kann? Was passiert dann? Gibt es da dann einen Lichtblitz und Sternschnuppen, die überall aufleuchten?

Bis heute habe ich das noch nicht ganz verstanden… ich verstehe so Etwas im kommerziellen Aspekt, wenn es zugleich die Absatzzahlen eines bezahlten Produktes steigern – nur genau das passiert ja selten und die Meisten bieten ja nicht mal etwas an, dass dem entsprechen würde oder den Wert vermittelt. Wozu also dieses Hamstern nach Userzahlen?

Ich mag vielleicht konservativ klingen und habe es schon vor Jahren mal geschrieben – aber ich habe hier lieber zehn User, die sehr bewusst, genau und konsequent mitlesen und einen direkten Bezug zu meinen Dingen aufbauen, mit denen ich darüber dann auch sprechen kann und die mich sozusagen begleiten – also 100 Klicker, die nach wenigen Sekunden wieder das Weite suchen und von denen außer ein paar Statistiken nichts übrig bleibt. Denn die zehn User bieten viel mehr Wert (nämlich auch für ein Wachstum), als eine blinde, stille Masse.

Der Blogger Michael Slippey hat vor wenigen Tagen in einem Blog geschrieben:

{{ „By contrast, blogs I feel are suffering because they’re currently lacking a natural distribution channel: Reader’s dead, Twitter is overwhelming, Facebook algorithms ‘em to /dev/null.“

Und er hat recht. Das betrifft Blogs, Webseiten, Foren und andere Dinge. Aber was soll’s? Es macht trotzdem unverändert Spaß und Freude – wenn man diese Materie liebt (sonst sollte man es sowieso bleiben lassen). Und es sind nur 30 Minuten täglich, die man es sich selber wert sein sollte, wenn man online etwas „erschaffen“ will. Wer Puzzles setzt, Nägel mit Glitzer verziert, das Kreuzworträtsel in der Zeitung löst oder mit Zahnpasta im Badezimmer kleine Türmchen baut, verbraucht oft wesentlich mehr Zeit dafür…

Pseudo-Philosphie

Ich finde Blogs, Foren oder die eigene Webseite ist wie so ein Wein, den man selber nach Gutdünken und völlig ahnungslos ohne Anleitung ansetzt, ein paar Jahre im Wandschrank gären lässt und dann mal im dunklen Keller (das Internet) einlagert und hin und wieder regelmäßig schüttelt. Und nach ein paar Jahren kann man ihn vielleicht stolz herzeigen, es macht einen leichten Plop beim Öffnen, er hat hoffentlich eine schöne Färbung und einen Geschmack, den man zumindest selber verträgt und auf den man vor allem eines ist: stolz.

Dass dabei aber die eine oder andere Flasche bricht, vergärt oder korkig wird am Schluss, gehört einfach dazu. Und man kann mit einer Flasche so oder so nur eine kleine Runde glücklich machen, aber da ist es dann immerhin lustig und man ist sich freundschaftlich nahe. Und wenn nicht… ein Glas Rotwein (in meinem Fall müssten wir eigentlich von einer Kakaopflanze und warmen Kakao reden) am Abend mit sich alleine kann auch etwas. Hat halt Stil. Soviel Egozentrismus muss schon auch mal gesagt sein. 🙂

Wer’s schnell und jetzt will, presst halt einen Apfelsaft, den man schnell mal verschüttet, wegwirft, stehenlässt oder ihn auch gleich wieder vergisst im Alltagstrubel. Und den Weg steuern viele an. Stillt eventuell den Durst, aber mehr auch nicht.

Hach. War das jetzt nicht schön alles? Ich finde schon… *snief*. So. Aber jetzt wieder weiter im Leben. Minute 32!