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Experiment gescheitert.

2015-03-03

Was von Anfang an klar war und ja auch unter dem Stern begonnen hat, hat sich in den letzten Wochen und Tage weiter manifestiert. Das Forum ist sinnlos und auch eher schwierig aufgrund des kleinen Personen-Radius – und eigentlich nur von Zeit zu Zeit nützlich für etwas private, interne Kommunikation… wobei man das aber in dem Fall dann genauso gut auch via Emails machen könnte. Zeit für ein Resümee.

MeinForum

Dieser Pool an Freunden und der Austausch als Grundidee hat noch weniger geklappt, als ich ursprünglich gedacht und – zugegeben – gehofft hatte. Anmeldungen bzw. Registrationen im nahen und weiteren Umkreis haben trotz mehrfachen Hinweises nicht gefruchtet, also eigentlich nicht mal ansatzweise und damit ist der Nutzen praktisch nicht vorhanden. Zudem ist es so wie immer schon bei diesem Metier – sobald technische Dinge bei den Inhalten auftauchen, beginnt sich die Neugierde schlagartig in Desinteresse zu wandeln – das konnte ich auch gut am letzten Beitrag hier im Blog merken… im wahrsten Sinne des Wortes eine reine Nullnummer und das Forum spiegelt genau dieses Schema wieder.

Die häufigsten Argumente sind: nicht so mein Ding, mh, schaue in sowas nicht rein, lese sowas prinzipiell nicht, kenne mich da nicht aus, habe eh Facebook, keine Zeit. Interessanterweise muss man aber sagen, dass zum Beispiel Facebook und ähnliche Plattformen bei weitem komplexer und überfüllter sind von den Funktionen, Einstellungen und Inhalten, als ein einfaches Forum, das nur wenig bietet – Antworten und Fragen schreiben und ein recht anonymes, minimales Userprofil. Aber ja, die Zeiten haben sich geändert. Und manchmal fehlt auch das „Gönnen“ durch Andere.

Generell gilt halt aber: Kommunikation läuft via Whatsapp, Facebook und Twitter… und alles mehr ist sowieso schon wieder zuviel des Guten bzw. fühlt sich dann jeder gleich überfordert. Dennoch dachte ich, dass es vielleicht im Umkreis den Reiz bewirkt, hin und wieder (anonym) Alltagsfragen zu stellen, kleine Probleme mit Anderen gemeinsam zu lösen, ein paar lockere Diskussionen abseits der Facebook-Google-Twitter-Community zu führen, gegenseitiges halb-direktes Kennenlernen meines nahen und mittleren Umkreises und es als generelle Ressource sowie Archiv für Links, Tipps, Wissen und dergleichen zu nutzen.

Aber ja. Natürlich war es auch nicht anders zu erwarten, dass sowas extrem schleppend und zähflüssig anfängt. Deshalb brauchen Foren auch oft generell Jahre, bis sie sich überhaupt irgendwie mit Leben füllen und das ist dann meistens ebenso nicht der eigene Umkreis, sondern stattdessen eher angesammelte Fremd-User, die dort dann Schritt für Schritt langsam aktiv werden. Aber die Initialzündung durch „eigene Leute“ ist trotzdem notwendig.

Zudem gibt es noch den Trend der heutigen Zeit zusätzlich… und die entwickelt sich von dem alten Konzept weiter und weiter weg von der klassischen Forenwelt, hin zu mehr dieser Fragen & Antworten-Plattformen, die man im Netz heutzutage tonnenweise werbeverseucht findet. „GuteFragen.net“ und so weiter, wo man mal eben eine Frage stellt und dann von anderen, eifrigen Usern irgendeine Antwort bekommt. Und die klassischen Foren, die es noch gibt, werden eher als Archiv verwendet und nur „gelesen“. Richtige und gute Diskussionen gibt es dort nur mehr selten und wenn dann eher in geschlossenen Gruppen.

Die einzigen Ausnahmen sind vielleicht noch Plattformen und Foren aus dem IT-Bereich – also das fade Eck für die „Masse“ da draußen. Entwickler-Communities, Developer-Maillinglisten und Foren rund um Elektronik und Programmierung für Anfänger. Aber auch da laufen Facebook-Gruppen (und Gruppen bei anderen diversen sozialen Kanälen) den alteingebrachten Kommunikationsformen den Rang weiter ab. Unlängst tauchte im Netz sogar eine Whatsapp-Gruppe für WordPress auf… soweit ist es schon.

Eigentlich spannend, aber ich bin da tatsächlich der alte Romantiker geblieben… Foren, IRC-Channels (ja, die gibt’s auch noch ein wenig, aber meistens sind es nur mehr wenige hundert User in den Hauptkanälen und viele davon schweigen zudem) und die guten, alten Email-Diskussionslisten… alles aussterbende Genres, trotz des inneren Widerstands und der kleinen, eingeschworenen Communites, die versuchen, dagegen zu steuern und dann in Vereinsmeierei versinken. Oder halt im Nerd-Bereich angesiedelt sind.

Nett ist es ja, so ein Forum anzuschauen, auch nett zu haben, sogar eine Mini-Referenz für Ahnungslose ebenso. Aber der Betrieb, das Pflegen und das Hoffen auf Leben rentiert sich eigentlich in keinster Form und fördert nur den Frust – vor allem bei der schweigsamen und desinteressierten, direkten Umgebung.

Ich habe es damit stillgelegt und betrachte es als vollständig gescheitert. Nicht weil es nicht als große Blume aufblühte, das war von Anfang an klar und da könnte man erst nach 1-2 Jahren das Fazit ziehen, so wie es auch geplant war und darüber breit philosophiert wurde… sondern weil es ja nicht mal das kleinste, erste Zellstadium überhaupt verlassen hat – denn gelesen hat es von den „Umgebenden“ keiner und darin geschrieben schon gar nicht – und zudem schafft schriftliches und ausgesprochenes Desinteresse nun klare Fakten. Ein Forum ist aber nun mal auf „Soziales“ angewiesen – ohne dem ist es nur ein leeres Loch. Und eine naive Idee im falschen Umkreis und zur falschen Zeit. Gelernt.

Stattdessen werde ich eine rein technische, stark abgespeckte Variante dort laufen und sozusagen den sozialen Aspekt zukünftig komplett beiseite lassen. Also kein Lebens-Blabla mehr, kein Flauschi-Flauschi und hier sind alle nett, fühl Dich wohl-Geseiere und auch keine Gedanken mehr oder gar sowas wie der Philosophie-Beitrag. Nah.

EDIT: Es geht in dieser einfachen, reduzierten Form weiter: muli.cc