Startseite · Updates · Suchen · Zuletzt aktualisiert am: 2017-11-05

Werkbank

Seit Ewigkeiten rollt, liegt und verstaubt Werkzeug und dergleichen bei mir eher wild herum. Mal ein Teil in einem Kasten dort, dann ein anderer Teil wieder in irgendeiner Box und diverser Kleinkram findet sich in der einen oder anderen Blechdose bunt gemischt. Es ist Zeit, sich mal diesem lästigen Problem zu widmen, denn es hindert mich oft daran, mal eben schnell etwas zu basteln - wer will denn auch erst mal zwanzig Sachen wegräumen, um dann ein Ding eine Minute lang zu verwenden?

Wie man hier sieht, ist momentan Vieles aufeinander getürmt und ist optisch auch nicht gerade ein Blickfang. Von den Blechdosen möchte ich ebenso ein wenig wegkommen, ganz einfach aus dem Grund, weil sie mit Schraubenzieher oder sonstigem Werkzeug schnell mal umkippen und auch so eine kühle, harte Optik besitzen. Vielleicht werden sie noch als Schraubenbehälter nützlich, aber momentan lasse ich sie mal beiseite.

Ein kleiner Fortschritt ist schon mal, dass ich mir im Baumarkt um wenige Euro ein paar Holzkisten gekauft habe, die sich auch stapeln lassen. Könnte man auch selber machen, aber dazu fehlt mir die Zeit und das passende Werkzeug für die Feinarbeiten bzw. auch Bodenplatten sowie für den Ausschnitt. Für die Bohrer lasse ich mir noch etwas einfallen.

Wie man auch sieht, ist alles generell recht ungeordnet. Einerseits deswegen, weil ich sowieso immer herumkrame und Werkzeug generell bunt gemischt und wild miteinander verwende und auf der anderen Seite, weil mir eine Werkzeugwand mit Hängebefestigungen und dergleichen in der kleinen Wohnung nicht wirklich gefällt - wäre schlicht und ergreifend zu wuchtig, abgesehen davon vermischt sich altes und neues Werkzeug und nichts passt so wirklich zusammen. Reicht mir aber vollkommen aus, solange ich die Sachen gut verräumen, herumtragen und grob ordnen kann und sie auch optisch in der Wohnung "verschwinden" und unauffällig bleiben. So eine Tragekiste ist schnell irgendwo verstaut und auch ebenso schnell wieder verräumt.

Die Werkbank

Als nächstes folgt eine Werkbank beziehungsweise ein Werktisch. Dazu möchte ich mein restliches Holz und diverse Platten und Latten verwenden, die auch schon lange in einem Eck versammelt langsam aber sicher verstauben.

Dazu nehmen wir vier alte Tischbeine von einem schwarzen Tisch, der mich nur depressiv macht und ein eher kurzes Leben führte, außerdem noch ein paar Regalböden mit diversen Einkerbungen, die einfach umgedreht werden.

Davon fertigen wir zwei Stück an, die die Seitenteile der Werkbank werden. Es soll relativ kompakt werden und nicht allzugroß. Im Endeffekt ein hölzerner Tisch, der rundherum das Innenleben abdeckt, damit man das Chaos nicht sieht. Glücklicherweise habe ich die Platten nie verleimt und dergleichen, deshalb lassen sich diverse Reste wie Dübeln und Co. leicht entfernen.

Jetzt werden weitere Reste vom ehemaligen Lattenrost zerlegt und diese dienen als Querstützen zwischen den beiden Seitenteilen. Anfänglich belasse ich es bei jeweils zwei auf einer Seite, ganz am Ende werde ich die Querbalken dann noch deutlich verstärken. Wie man übrigens an der unterschiedlichen Farbe bei den Fotos sieht, ist meine Kamera mit den abendlichen Lichtverhältnissen in der Wohnung überfordert.

Das Ganze beginnt Gestalt anzunehmen, es fehlt jedoch noch die Tischplatte. Dazu werden ein paar Fichtenholzbretter miteinander verschraubt und dann aufgelegt.

Die Tischplatte wird später dann nur an vier Stellen in den Ecken auf das Gestell geschraubt, so dass man sie jederzeit schnell wieder austauschen oder bei Bedarf abnehmen kann. Innen in der Werkbank, schraube ich auch unten an die Querbalken ein paar Holzbretter an, die als Ablagefläche für die Holzkisten und das Werkzeug dienen wird. Ob ich den Spalt zwischen den Brettern so lasse, weiß ich jedoch noch nicht so wirklich.

Die schwarzen Tischbeine sind hässlich, deswegen decken wir sie seitlich unten noch einmal mit zwei Brettern ab, damit sie ein wenig mehr verschluckt werden. Hinten lasse ich die Werkbank übrigens ganz bewusst offen, weil sich da auch der Bohrständer, Schleifgerät und so weiter bei Bedarf reinstellen lassen. Es fehlen dort nur noch zusätzliche Verstrebungen unten und oben, aber ansonsten bleibt es luftig und somit zugänglich. Auch praktisch für die Stromversorgung.

Nächster Abend. Jetzt schrauben wir hinten ebenfalls noch eine Lattenrost-Latte an, damit Nichts hinten mal eben rausfallen oder gar rausrollen kann. Außerdem fixieren wir jetzt die Tischplatte mit einigen Schrauben, damit alles fest und solide bleibt - kann aber dennoch jederzeit wieder auseinander genommen werden. Angenehm.

Zusätzlich montiere ich ein Brett, das ein wenig als Wandschutz dient und zugleich auch den Staub beim Bohren nicht einfach nach hinten fallen lässt, sondern das Ganze am Tisch bzw. zur Seite leitet. Besser als Nichts und macht das Ganz auch optisch irgendwie sympathischer.

Jetzt noch ein paar weitere Schrauben versenken und wir haben einen gut erreichbaren Stromanschluss mit Kippschalter. Wollte ich ursprünglich seitlich haben, aber irgendwie mag ich das Ding doch da vorne lieber. Da kann man leichter und schneller einen Stecker rausziehen und sieht auch immer, ob gerade Strom angelegt ist oder nicht.

Jetzt wieder die Kisten rein und die portable Werkbank meines Großvaters findet darunter auch ihren Stauraum und kann jederzeit oben aufgelegt und damit schnell genutzt werden, ohne im Alltag zu stören. Seitlich an den Seitenwänden der Werkbank besteht außerdem die Möglichkeit, Fuchsschwanz und andere Sägen sowie Hammer mittels Aufhängungen zu fixieren und griffbereit zu halten.

Baustellen-Flair lässt grüßen und es gewinnt höchstens den Sperrmüllpreis, aber wenn man sich ehrlich ist... das Ding ist solide, stabil, hat primär keine Kosten verursacht (außer 10 Euro für die Kisten) und besteht aus alten Regalen, Lattenrost und ungenutzten Brettern sowie billigen Allzweckschrauben. Ganz ohne Sägen, Leimen oder Schleifen. Wird aber dennoch - sofern es mich nicht stört oder nervt - viele Jahre lang halten und gleichzeitig Holz-typisch altern und Lebensspuren aufweisen. Zudem wirkt helles Holz in einer Wohnung immer recht harmlos und durchaus angenehm. Noch das passende Eck suchen, ein paar Zimmerpflanzen daneben platzieren und alles ist gut.

Großartig Rücksicht muss man ja bei dem Ding nicht nehmen, weil jeder Teil lässt sich austauschen, abschmiergeln oder lackieren. Und wenn ich das Ding mal nicht zum Basteln brauche, verwende ich es als Alltags-Ablage bzw. Tisch, während die großen Maschinen hinten beim offenen Zugang "unsichtbar" verstaut werden. Wie man übrigens beim letzten Foto sieht, stehen die Kisten unten etwas schief... vielleicht schraube ich irgendwann mal vorne dann noch zwei einfache Holztüren mit einem Magneten als Verschluss-Fixierung an. Auf das obere Brett oberhalb der Kisten neben den Steckdosen lassen sich dann kleine Halterungen für Bleistift, Lineal und so weiter noch befestigen und damit den Bastel-Alltag bequemer gestalten.

Die schwarzen, sichtbaren Beine sowie die Zwischenräume bei den Einlagebrettern unten stören mich noch ein wenig, aber das sind dann alles nur mehr Kleinigkeiten, die sich unkompliziert lösen lassen. Jetzt mal reicht das völlig aus und ich bin sogar ein bisschen zufrieden... ich habe ein gut nutzbare, solide Werkbank, sie ist portabel und mein Werkzeug ist auch leicht verstaut und steht nun endlich nicht mehr ständig offen und chaotisch im Alltag im Weg herum. :)

Nachtrag

Mittlerweile ist das Ding in mein kleines Zimmer gewandert, daneben dient jetzt etwas Zwischenraum als Holzlagerplatz und somit steht dem fröhlichen Werken nichts mehr im Weg.

Startseite


Emanuel Sprosec. Erstellt am 2017-11-05 · # · Wien, Österreich · emanuel//at//mulischaf.com · Datenschutz