Startseite · Updates · Suchen · Zuletzt aktualisiert am: 2018-08-26

Selbstgemachtes Werkzeug

Frühjahr 2017

Nachdem heute Sonntag und somit der Tag der Stille ist und so weiter, kann ich natürlich nicht mal eben mit der Stichsäge stundenlang fröhlich durch das Holz fegen und mit dem Hammer Nägel in Hartholz schlagen - den Nachbarn zuliebe. Leider, aber so ist das eben in der Großstadt, wenn man rundherum von dichten Menschenwaben umgeben ist und überall jemand haust und seine Ruhe haben möchte... am Land in der eigenen, nicht vorhandenen Werkstätte schaut das natürlich ganz anders aus.

Dennoch kein Grund zu verzagen, denn der Winter naht und man muss sich ja an seinen wenigen, freien Tagen beschäftigen und entspannen, deswegen habe ich heute ein wenig vorgesorgt - und mir ein paar Alltags-Hilfen zurecht geleimt sowie geschraubt. Dinge, die man auch ohne geräuschvollen Maschinen mal eben erledigen kann.

So zum Beispiel einen ganz kleinen, leichten Hammer, um mal bei Bedarf kleine Dübel einzuklopfen oder auch gerade frisch verleimte Teile passend zu justieren. Außerdem eine simple Winkellehre aus zwei Holzleisten sowie eine Rechtwinklige (da habe ich lange und gedulig gemessen und vorsichtig geleimt) für größere Teile. Dann noch eine dreieckige Sägeleithilfe für die Stichsäge, um einigermaßen sauber 90% und 45% Winkel zu schneiden, eine große, einfache Schublehre, die zugleich auch zum Fixieren von geleimten Teilen dienen kann und den gebastelten Bleistift-Nagel-Zirkel habe ich wie den Rest auch gleich ebenso etwas dünkler gebeizt. Hier übrigens noch nicht zu sehen ist ein kleines viereckiges Holzstück, durch das ich einen langen, spitzen Nagel getrieben habe - das Ding dient mir zum Markieren von Bohrlöchern, hatte ich allerdings erst nach den Fotos hier im Wiki gemacht.

Den Farbwechsel habe ich übrigens ganz bewusst vollzogen, weil ich mag ja helles, naturbelassenes Holz, das von selber im Laufe der Zeit ein wenig nachdunkelt und seine Konturen und Muster zeigt, aber es stört mich, wenn im Gegensatz dazu das Gebrauchs-Holz-Werkzeug visuell in den ganzen Holzteilen und Reste-Sammlung untergeht. So stechen die Teile nun viel besser hervor und sie wirken auch gleich sauberer und "wertiger".

Eben so richtig nach Werkzeug - und das Ganze zu einem ungefähren Gesamtpreis von ca. 2 Euro, wenn man die Schrauben, Beilagscheiben und Co. mitrechnet, der Zeitaufwand mit sanften Sägen, leisen Bohren und Leimen, trocknen lassen und Beizen beträgt vielleicht ca. 2 Stunden. Sie gehören nur noch geölt bzw. gewachst, um sie widerstandsfähiger für den oftmaligen Gebrauch zu machen. Ich bin zufrieden.


Nachtrag

Ich habe zwar eine ganz billige Metallhobel aus der Wühlkiste um 6 Euro irgendwann einmal gekauft, die einfache Rasierklingen zum Abhobeln verwendet, aber ich wollte mir schon die ganze Zeit ein Mini-Hobel basteln, mit der ich auch Kanten von kleinen, dünnen Holzleisten ein wenig abrunden kann. Also ein paar Holzstückchen verleimt und mit drei Rundhölzern verstärkt und fertig. In der Mitte der klassische Einschnitt - allerdings hier noch nicht zu sehen ist das Metallplättchen, das aus einem flachen Winkeleisen zurecht geschliffen wurde und dann mit einem zweiten Holzkeil fixiert wird. Ich werde bei Gelegenheit ein besseres Bild nachreichen - aber die kleine Holzhobel funktioniert und fügt sich gut in die Sammlung ein.

Und außerdem habe ich mir noch ein simples Streichmaß zusammengeleimt, natürlich ebenso ganz simpel und einfach mit einer klassischen Schraube, um Markierungen im Holz zu setzen. Ein kleines Rundhölzchen dient dabei mit leichtem Daumendruck zur temporären Fixierung des gewünschten Abstandes. Klappt auch recht gut, da bereits verwendet und der Aufwand ist so minimal und schlicht gewesen, dass ich mich frage, warum ich denn das nicht schon viel früher mal gebastelt habe?! Denn nützlich ist es auf jeden Fall.


Nachtrag August 2018

Ich habe mir ja vor längerer Zeit das eigene Werkzeug für die kleinen Wohnzimmer-Bastelstunden zusammengeleimt, in der Annahme, dass ich damit zufrieden sein werde und es zudem auch Geld spart - denn Hobbys sollten meiner Meinung nach kaum Geld kosten und einfach nur Spaß machen. In der Realität habe ich mich jedoch oft darüber geärgert, dass ich dann doch Nichts genau ausmessen konnte oder der langwierig zusammengeleimte Winkel doch eine kleine Abweichung in sich trägt.

Außerdem habe ich in der letzten Zeit viel in meiner Wohnung geändert und sie neu organisiert, so zum Beispiel eine neue, kleine Mini-Küche eingebaut und dafür alte Dinge entsorgt. Ich versuche mehr und mehr den privaten Lebensalltag einem sehr einfachen, minimalen und unkomplizierten Stil zu "unterwerfen", schlicht und ergreifend deswegen, damit man mehr Zeit zum "Leben" hat und sich nicht ständig um Dinge kümmern muss, die unnötig sind. Oder lästig, wie zum Beispiel eine vollgeräumte Wohnung oder eine Kiste, die einem schon seit Jahren im Weg ist oder ein kleines, geschenktes Kästchen, das man aber nicht nutzt und es eigentlich schon seit Ewigkeiten wieder loswerden will. So halt.

Auf jeden Fall habe ich mich - bis auf zwei Ausnahmen - von meinen Leimhölzchen in den verschiedensten Variationen und Versionen getrennt, auch weil sie schon durch Lacke, Schrauben und Co. in Mitleidenschaft gezogen waren und dabei zudem auch gleich etwas Stauraum eingespart. Und mir alternativ und etwas minimalistischer das Ganze einmalig aus Metall geleistet.

Einen großen Universalwinkel, gleich mit klassischen Markierungslöchern bei den üblichen Abständen, sowie abnehmbarer Winkelschiene, Mini-Handhobel, eine kleine Reißnadel aus Metall (die ist eher Luxus und das um 4 Euro, weil ich bisher auch mit einem Nagel recht gut zurecht gekommen bin), einem schlichten Streichmaß mit Feststellschraube aus Metall und einem ganz einfachen, markierungslosen, kleinen Werkstattwinkel mit 90 Grad, ebenfalls aus einem Stück Metall und damit langlebig und unkompliziert. Und lange von mir schon gewünscht einen Messschieber, mit dem man Abstände innen und außen messen kann... bisher hatte ich alles per Hand, per Schnur oder mit einem alten, kleinen Schulgeodreieck und Daumen mal Pi gemessen. Prinzipiell auch meine bevorzugte Herangehensweise, aber manchmal tut man sich so dann doch leichter, wenn man eine fertige Lösung dazu hat. Der Spaß ist allerdings nicht billig, aber die Investition für eine lange, vieljährige Nutzung und für die Nutzung von zwei Angeboten ist die Gesamtsumme von knappen 60 Euro für alles zusammen durchaus in Ordnung, wenn auch ein wenig schmerzhaft, da ja keine Alltagsgegenstände.

Am Meisten freue ich mich selber vor allem über die kleine Handhobel, weil die ist wirklich sehr praktisch und erspart viel Schleifpapier, Staub und Muskelkater - und ich wollte schon lange so eine Kleine für die Hosentasche haben. Jetzt fehlt nur noch eine kleine Schmiege aus Metall um ein paar Euro und ich bin wieder auf dem üblichen Stand, nur solider und stabiler.


Emanuel Sprosec. Erstellt am 2018-08-26 · # · Wien, Österreich · emanuel//at//mulischaf.com · Datenschutz