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Roland TR-09 Drumcomputer

September 2018

Schon seit fast einem Jahr oder länger hatte ich lange mit einer Rythmus-Maschine gedanklich gespielt, aber bei der Vielfalt heutzutage, war ich zugegeben einfach überfordert und wusste auch gar nicht wirklich in welche Richtung ich gehen soll. Klar für mich ist, dass ich schrittweise und langfristig in die Welt von modularen Synthesizern stapfen möchte, aber dennoch erstmal noch auf einem anderen, ergänzenden Gebiet wildern wollte... und zwar vorab bereits mit Knöpfen und Tasten. Bloß kein digitales Zeugs und stattdessen analoge Haptik.

Und nein, ich bin kein Musiker in irgendeiner Form, war ich auch nie und auch niemand in meiner nahen Familie, habe nie ein Instrument gespielt (außer Blockflöte im Kindergarten), kann weder sinnvoll einen Takt mit den Händen klatschen, ohne danach vom Notarzt mit hydraulischer Presse aus einem Händekrampf gerettet zu werden, noch kann ich singen oder gar Noten lesen oder sie mir merken - mein Verständnis von Musik ist so also in etwa auf dem Niveau einer frisch geschlüpften Fruchtfliege, aber es ging mir da auch ein wenig um das Haben an sich, das visuelle Gefallen an den Knöpfen und es zudem einfach wagen - weil ich es eben immer mal probieren wollte und man soll ja kleine Träume ausleben und nicht nur immer davon sprechen oder an sie denken.


Der Original TR-909

Und seit einigen Monaten bereits - also eigentlich schon kurz nach dem Ausflug nach Schweden, wo ich während der stundenlangen Zugfahrt durch die Weite und über das Meer mit dem Schiff ausgiebig Zeit hatte, mich dem Thema in Ruhe zu widmen - besitze ich also einen etwas moderneren, digitalisierten Nachbau des 1983 erschienenen TR-909 (Foto oben), der damalig zu einem der klassischen Analog+ Drumsynthesizern der rhythmischen Musikwelt gehörte. Die Klänge der Kiste kennt man übrigens - so finden sich Phil Collins (z.B. Sussudio bei YouTube), Madonna, Faithless, Daft Punk, Teile vom Wu Tang Clan oder 2 Unlimited in der Nutzung - wenn man also mit dem Teil scheitert, dann nur wegen einem selbst. Und sowas mag ich. Denn das Gerät gehört jetzt nicht zu den Besten unter der Sonne, das Original war damals und anfänglich sogar ein kommerzieller Flop und die Neuauflage hat sich etliche Kritiken eingefangen wegen zu kleiner Knöpfe, "digitalem Fake-Nachbau" und diversen technischen Eigenheiten, die anspruchsvolle Musiker vertreibt. Aber für mich reicht es, auch wenn es sicher einfacherer und billigere Alternativen gegeben hätte. \o/


Der Nachbau TR-09

Abgesehen von dem kleinen LED-Display gibt es hier außer vielen Drehknöpfen und kleinen sowie großen Tasten nicht viel zu sehen. Erinnert fast irgendwie ein wenig an ein industrielles Schaltpult einer Kernkraftanlage, seine Abstammung vom Original ist dabei allerdings unübersehbar.

Es gibt einen - bei diesen Geräten üblichen - Step und Tab-Modus. Der Sequenzer generell umfasst dabei 16 Steps mit jeweils 16 Sub-Steps, also vermutlich ausreichend für meine noch nicht bekannten Zwecke.

Die Sequenzen laufen bei dem TR-09 übrigens bei einem Wechsel weiter, also stoppen nicht dazwischen, wie es bei den alten Versionen noch üblich war... es lassen sich somit verschiedene Sequenzen nahtlos durchspielen.

Ein Trigger-Anschluss für externe Geräte zum gegenseitigen Angleich ist zwischen den Knöpfen eingelassen - er wird mir hoffentlich eines Tages im Zusammenspiel mit anderen Synthesizern dienlich sein.

Ebenfalls noch nicht genutzt (auch mangels Kabel aktuell) sind die Midi-Buchsen, ansonsten stehen klassische Klinken-Anschlüsse zur Verfügung. Und auch eine USB-Anbindung, wobei ich mich davon fernzuhalten versuche und nutze den Anschluss nur für die Stromversorgung.

Bei Bedarf kann man den Drumcomputer auch hochklappen, eine einfache Plastikstütze bietet zwei Höhen zur Fixierung an. Außerdem erreicht man dabei auch das Batteriefach, denn der TR-09 lässt sich auch portabel unterwegs nutzen. Einer der Mitgründe, warum ich mich für diese kleine Kiste entschieden habe, auch wenn sie vom leicht hohen Gewicht her jetzt nicht unbedingt für einen längeren Ausflug ausgelegt ist. Allerdings sind die eingebauten Lautsprecher nicht wirklich nützlich und auch viel zu leise, deswegen sind Kopfhörer angesagt.

Momentan bin ich noch beim Lernen und dem Aufbau des Verständnis für alle Abläufe. Prinzipiell lässt sich damit schnell ein Beat erstellen, auf der anderen Seite ist das Spiel mit der "Programmierung" und den verschiedenen Tasten-Kombinationen etwas, das man sich auch erst aneignen muss - vor allem dann, wenn man sich bisher noch nie mit so einem Teil in der Realität auseinander gesetzt hatte. Es wird somit noch ein wenig brauchen, bis ich als unmusikalischer Mensch für mich nützliche Sequenzen gebastelt habe.

Aber es macht Spaß und jetzt, wo der Herbst langsam im Land Einzug hält und die ersten, längeren Regentage wieder beginnen, komme ich nach all den Monaten auch mental dazu, das Ding auch mal tatsächlich zu nutzen und sich damit auseinander zu setzen. Updates werden also folgen und je nach Gefallen und tatsächlicher Nutzung, gehe ich entweder einen Schritt weiter auch in andere Synthesizer-Gefilde... oder habe mir zumindest ein nettes Spielzeug für die analoge Freizeit mal zwischendurch gegönnt... \o/


Emanuel Sprosec. Erstellt am 2018-09-09 · # · Wien, Österreich · emanuel//at//mulischaf.com · Datenschutz