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Minimal leben mit Textdateien

Geschrieben am: 01.11.2010

Viele Dinge ändern sich, manche Dinge jedoch nicht. So zum Beispiel, dass ich den heutigen Vormittag dazu verwendet habe, mich durch Blogs zu lesen, in denen es um minimale Lösungsansätze geht. Was sonst... das Ganze kann allerdings wesentlich amüsanter und interessanter sein, als es sich erstmal anhört. So werden zum Beispiel in diversen Blogs sehr intensiv verschiedenste Ideen diskutiert, wie man beispielsweise am besten eine ToDo-Liste führt, einen eigenen Organizer mit Text-Dateien aufbaut und generell sein Leben in einer einzigen, simplen Datei notiert.

Auch ich habe bereits den Ansatz versucht und bin dem ursprünglichen Prinzip gefolgt - alles in einer einzigen Text-Datei zu speichern. Ideen, Aufgaben, Erinnerungen, Notizen und so weiter... in der txt-Datei getrennt durch Striche, Überschriften oder ähnlichem. Und bin gescheitert - das muss ich ehrlich zugeben. Und zwar aus einigen ganz einfachen Gründen: einerseits arbeite ich auf verschiedenen Computern, sogar verschiedenen Betriebssystemen und zudem bin ich nicht immer und überall online - und kann dadurch Einträge nicht immer automatisch synchronisieren. Was dann passiert, kann man sich leicht vorstellen... da ist man mal einen ganzen Tag unterwegs, macht sich Notizen und dergleichen auf einem Zettel oder in einer anderen Datei - und ist natürlich auf Dauer dann zu faul, alles zu übertragen, noch dazu chronologisch richtig innerhalb der Datei - jedesmal. Es entsteht schnell ein Chaos, es sammelt sich auch viel Müll an, man wird träge und lässt es irgendwann ganz bleiben.

Andere probieren es über diverse Software-Programme oder eine Kombination von verschiedenen Tools und Skripten - aber dagegen sträube ich mich, denn nicht jede Software läuft überall, zweitens möchte ich unabhängig von Programmen und Software-Anbietern bleiben und drittens liebe ich es minimal. MINIMAL.

Das Prinzip in einer einzelnen Textdatei funktioniert also bei mir nicht, dazu bin ich auch zu chaotisch langfristig. Also muss etwas anderes her - klar ist aber auf jeden Fall, dass ich dazu ausschließlich Textdatei verwenden will und keine besonderen Programme außer simplen Editoren - die es bei allen Computersystemen gibt, egal ob Windows, Mac, Linux, usw... Klar ist auch, dass ich einerseits ein Art von täglichem Log-Verzeichnis führen will, indem ich in einem kurzen Satz erfassen, was hat sich in den letzten 24 Stunden getan, dann weiters welche Aufgaben habe ich zu tun oder sind bereits erledigt, weiters eine Sammlung von Ideen, Texten, Links und dergleichen sowie eine Sammlung von wichtigen Texten (wie zum Beispiel Emails mit Zugangsdaten zu diversen Accounts, Rechnungen und Service-Infos,...) und zu guter Letzt eine Kontakt-Sammlung mit Email-Adressen und Telefonnummern.

Beispiel

Nun stellt sich die Frage wie kann man das am besten handhaben? Nachdem ich auf diversen Blogs in etwa 40 Lösungsansätze gesehen, gelesen und auch teilweise probiert habe, ist für mich klar - __less is more__ - definitiv. Und somit folgende, vermutlich nur für mich passende, Lösung gefunden... hier zuerst das Ordner-Verzeichnis, in Klammer die jeweiligen Unterordner:

MEIN LEBEN

In diese Ordner speichere ich nun nicht jeweils eine einzelne Text-Datei, in der dann alles erfasst wird (und man in dem langen Textschwall langfristig nichts mehr findet), sondern für jede Aufgabe, Tagebucheintrag und Co. eine einzelne Text-Datei... und der Dateiname ist der Schlüssel zu dem Ganzen. Das eröffnet eine extrem schnelle Handhabung. Eine neue Textdatei kann ich jederzeit mit Rechtsklick oder auch automatisiert anlegen - das kann jeder und es funktioniert auf allen Computersystemen. Beispiel-Dateien im Aufgaben-Ordner:

Und so weiter und so fort. Die Datei-Endung .txt kann man jederzeit ausblenden bei praktisch allen Computersystemen, das macht es gleich besser lesbarer. Das @ am Anfang steht für eine Gruppe - ich möchte schnell alles sehen, das mit "@projekt" zu tun hat, also sortiere ich die Dateien entweder nach dem Alphabet oder verwende die Windows/Linux/Mac-Suche mit dem Begriff "@projekt". Außerdem kann ich die Dateien natürlich chronologisch nach Erstellungsdatum und/oder Änderungsdatum sortieren lassen - auch das hilft, schnell einen Überblick zu bekommen. Nun aber die Frage: ein Dateiname ist vielleicht zu kurz für die Infos, die ich gerne speichern möchte?! Nun, dann kann ich immer noch zusätzliche Infos in die Textdatei selber speichern! Und erledigte Aufgaben werden einfach in den Archiv-Ordner verschoben. Einfach, oder?

Ähnlich funktioniert es beim Tagebuch. Für lange, philosophische Texte kann ich diesen Blog hier verwenden, am Computer möchte ich jedoch nur jeden Tag in einem Satz zusammenfassen, was sich in den letzten 24 Stunden getan hat. Dazu reicht der Dateiname:

Und so weiter.... auch hier ganz simpel. Möchte ich zu einem Tag vielleicht mal wichtige Infos oder Erinnerungen dazufügen, schreibe ich sie direkt in die jeweilige Datei und versehe den Dateinamen selber mit einem zusätzlichen "+" als Hinweis. Und nach dem selben Schema - entweder mittels @gruppe oder via Datum oder sogar in Kombination mit beiden lassen sich die anderen Ordner befüllen - und sein Leben organisieren. Bei den Kontakten übrigens ist es auch ganz schlicht - und Telefonnummern oder Adressen und sonstige Zusatzinfos, kann ich in der jeweiligen Datei ebenfalls zusätzlich erfassen.:

Fazit

Der große Vorteil in dieser Lösung liegt für mich darin, dass ich nun nicht mehr extra immer eine Datei mit einem Klick öffnen muss, um beispielsweis die offenen Aufgaben zu suchen und zu lesen, dass sie kompatibel zu allen Computersystemen sind, ich keine speziellen Programme mehr benötige, die Datenmenge extrem klein bleibt und auf jedem Mini-USB-Stick übertragen oder kopiert werden kann und damit portabel ist, dass ich Notiz-Dateien oder Tagebuch-Einträge von einem anderen Computer einfach nur bei Gelegenheit rüberkopieren muss (sie ordnen sich von selbst chronologisch oder alphabetisch in die Dateiliste ein), dass diese Lösung auch noch in ein paar Jahren problemlos und solide funktioniert und ich nach Lust und Laune sortieren, filtern oder suchen kann. Und mit etwas Skript-Erfahrung lassen sich die Textdateien auch weiterverwerten oder anderweitig einbinden. Kurz gesagt - der minimalste Ansatz. Ordner > Dateiname > und nur bei Bedarf Inhalt.

Mehr darüber lesen: http://danlucraft.com/articles/plain_text_organizer.html, http://doc.norang.ca/org-mode.html, http://www.oreillynet.com/mac/blog/2005/08/living_in_text_files.html und http://www.matthewcornell.org/blog/2005/8/21/my-big-arse-text-file-a-poor-mans-wikiblogpim.html und http://www.43folders.com/about.


Emanuel Sprosec. Erstellt am 2017-08-13 · # · Wien, Österreich · emanuel//at//mulischaf.com · Datenschutz