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Fotos und der Datenberg

Geschrieben am: 03.11.2010

In meinem letzten Blogeintrag habe ich recht umfangreich beschrieben, wie ich mein Leben in einfachen, simplen Text-Dateien organisiere - egal ob ToDo-Listen, Ideen, Notizen, Kontakte oder Unterlagen. Angeregt wurde ich vor bereits einem Jahr durch diverse, andere Blogschreiber, die sich ebenso einem minimalistischen elektronischen Leben widmen... wo und wie kann man am einfachsten und mit dem geringsten Aufwand an Zeit, Programmen und persönlichen Einsatz virtuelle Daten strukturieren, organisieren und speichern? Das kann durchaus eine komplexe Aufgabe werden...

Nach dem aktuellen Lösungseinsatz für Textdaten im letzten Beitrag wende ich mich einem nächsten Problem zu... der Datenmenge von Bildern. Seit geraumer Zeit nenne ich eine digitale Spiegelreflex-Kamera mein eigen und fotografiere damit hochaufgelöst jenseits der 10 Millionen Pixel-Grenze. Bei einer Veranstaltung oder einem Ausflug können da leicht pro Tag im Schnitt mehr als 300 Bilder anfallen. Und das merkt man verständlicherweise auch auf seiner Festplatte.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man begutachtet jedes Bild und löscht sorgsam alle unbrauchbaren Fotos vom Computer. Doch das braucht Zeit und es kann durchaus mühsam sein, jedes Foto auf eine zukünftige Verwendung zu beurteilen. Deshalb wenden wir uns dem umgekehrten Weg zu... die wichtigsten und schönsten Bilder rauspicken und gesondert in ihrer hohen Auflösung abspeichern. Was macht man nun mit den restlichen Bildern? Man verkleinert sie. Das war für mich eine große Überwindung, aber es bringt sehr viel Platz... viel Platz sogar!

Denn man muss die ernsthafte Frage stellen - braucht man tatsächlich alle 300 Fotos jeweils in einer Auflösung von ein paar tausend Pixel und bis zu 20-30 MB pro Bild? Wie oft lässt man Fotos tatsächlich ausarbeiten? Wie oft verschickt man alle 300 Bilder an eine Zeitschrift zum Druck... in allen Fällen wird vermutlich - zumindest bei mir - die Antwort kommen: selten. Zumeist verwende ich die Bilder online, also sprich, sie werden am Computer verwendet und online betrachtet. Da reicht eine geringe Auflösung allemal aus. Um das zu erreichen, habe ich mir das Tool 'DropResize' installiert und über dieses verkleinere ich - bis auf ausgewählte, besonders gut gelungene Fotos - alle Bilder auf eine Größe von maximal 1400~1600 Pixel mit einer JPEG-Qualität von 75~80%. Und benenne auch gleich alle Bilder stapelweise mit Bezeichnung und Datum um. Und schließlich greife ich auch hier auf das selbe Archivierungs-System wie im vorigen Blog-Eintrag zurück - ein Blick in meine Ordnerstruktur:

MEINE FOTOS

Mit dieser Benennung kann ich ebenfalls schnell sortieren und filtern. Suche ich nach Fotos von einem Ausflug brauche ich nur nach "Ausflug @" suchen oder die Ordnerliste nach Namen sortieren. Dann erschließt sich schnell der Inhalt, das Datum und dergleichen. Wer diverse Suchtricks kennt, kann auch gezielt beispielsweise nach "Mode" und "Juni 2010" suchen - und erhält sofort ein Ergebnis. Damit habe ich nicht nur die Dateimenge reduziert, sondern auch eine einfache, kostenlose und schnelle Bildarchivierung gefunden. Das @-Zeichen habe ich übrigens deswegen ausgewählt, weil es ein deutliches, gut erkennbares Symbol ist und es sich in diverse Suchfunktionen speziell unter Linux gut verwenden lässt. Zudem ist es eines der wenigen Sonderzeichen, die in einem Dateinamen möglich sind (Windows, Linux,...)

Durch die Verkleinerung und neu abspeichern ergibt sich übrigens eine rechnerische Datenreduzierung um den Faktor 10. Ein Foto-Ordner der zuvor 300 MB hatte, benötigt jetzt nur mehr 30 MB auf meiner Festplatte - und ich habe nicht das Gefühl, als ob ich Qualität verloren hätte... also auch hier der Ansatz - bevor man komplexe Bild-Archivierungstools installiert um Gigabyte von Bilder zu speichern, gleich beim Grundproblem ansetzen - bei der Daten-Größe, bei der Bennenung und anschließend beim Einordnen. Wer nicht professioneller Fotograf ist oder im Medienbereich arbeitet, benötigt zumeist nicht mehr...