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Einfache Tischuhr

August 2018

Ich wollte ja schon vor einiger Zeit mal eine kleine Tischuhr zusammenkleben, aber bin nie dazu gekommen. Jetzt habe ich mich aber vorhin doch noch für eine schnelle Stunde hingesetzt, altes Bauholz geschnappt, ein wenig Furnierholz, Leim, irgendwelche Metallröhrchen und Schellack.

Mal schnell zwei Rechtecke mit dem Bleistift auf dem Holz ziehen.

Mit der Stichsäge mehr oder weniger zwei gerade Schnitte machen...

...und etwas brachial bei einem der Brettchen ein kleines Kästchen ausschneiden.

Jetzt noch die beiden Brettchen verleimen und kurz warten.

Ein paar Getränke aus dem Küchenfundus helfen dabei und nach 5 Minuten hält die Sache.

Nun dünnes Furnierholz mit der Schere so mittels Augenmaß ungefähr und irgendwie abzeichnen sowie zuschneiden...

...und mit Leim auf dem Holz festkleben.

Bei den hohen und trockenen Temperatur kann man schon nach fünf Minuten den Überschuss mit einer kleinen Handhobel wegrubbeln...

...und fertig ist das furnierte Holzklötzchen. Mein erstes Holzding, das ich selbst mit Furnierzeugs beklebt habe. Anfängerfehler wie Leimfleck und Co. ist natürlich inkludiert, aber eigentlich eine nette Sache und schaut für den Schnellpfusch gar nicht so schlimm aus.

Jetzt noch kleine Rest-Röhrchen von anderen Experimenten mal eben mit der Zange in kurzen Stückchen abtrennen.

Naja... nicht formschön, aber es könnte mit etwas kreativen Augenverdrehen an einen 50~60~70er Stil erinnern. So ganz grob halt und hier auch schon mit einer schnellen Brise an Schellack auf dem Furnier und einem chinesischen Plastik-Uhrwerk um 4 Euro mit schleichendem Sekundenzeiger.

Der Schellack verpasst dem Furnier einen schönen Glanz und hebt die Maserung hervor... nach dem Trocknen müssen da noch mehrere Schichten folgen in den nächsten Tagen.

Würde man statt diesen windschiefen Metallröhrchen jetzt noch schlanke, saubere leicht pfeilförmige V-Kanten-Profile nehmen, dann könnte das Teil glatt aus einer Antiquitäten-Flohmarktkiste stammen.

Jetzt aber mal trocknen lassen... Die kleinen Halbkügelchen im Vordergrund kommen später vorne unten dran, so dass man das Teil dann aufstellen kann und es leicht geneigt und so besser lesbar ist von Weitem. Bei Gelegenheit tausche ich noch eben die Metallröhrchen aus und schleife vielleicht eigene Stundenmarkierungen aus Metall und eventuell noch irgendwo eine kleine Verzierungslinie irgendwie - plus natürlich noch zwei~drei Schichten Schellack, damit das furnierte Holz satt wirkt und schön tief glänzt.

Die Uhr mag nicht den Geschmack von Jedem/Jeder treffen (nicht mal so sehr meinen), aber in so einem minimalistischen Büro mit Ledersofa im 60er-Style oder so, könnte sie glatt nicht weiter auffallen... also schon ok.

Und der Preis? Das Holz hat bei der Größe einen Wert von vielleicht 20 Cent aus dem Bauhaus, das Metallröhrchen bei der Länge ca. 15 Cent, das Uhrwerk 4 Euro und die Kosten für das Furnierholz liegen bei dem Verbrauch bei nicht mal einem Euro (und das ist schon "besseres" Material), der verbrauchte Schellack vermutlich 10 Cent. Arbeitszeit eine Stunde - inklusive Schneiden, Bohren, Kleben, Leimen und im Wohnzimmer aufkehren.


Update

Eine erste Schicht ist nun bereits trocken (also in Wirklichkeit 2+ Schichten), aber es zeigen sich ein paar kleine Fehler... die Metallröhrchen habe ich nämlich einfach mit Leim fixiert und deswegen saugt das Holz nun direkt um die Klebestelle anders, als auf dem restlichen Furnier - war zu erwarten, aber man wischt ja diese Dinge gerne beiseite - das werde ich das nächste Mal anders lösen und vor allem nicht aus Bequemlichkeit die Dinger vor dem Lackieren befestigen. War halt Faulheit und hudeln... roll

Was ich aber an Schellack mag, ist dieser wässrige Glanz und diese doch starke Versiegelung. Wenn man mit dem Finger darüber fährt, fühlt es sich sehr glatt an... auch wenn man in Wirklichkeit das Ganze natürlich brav vor der nächsten Schicht sanft abschleifen müsste... aber darauf verzichte ich, darf ruhig wellig sein. Ist ja nur ein Experiment.

Die Furnier ist nicht mal einen Millimeter dick und schließt recht bündig ab... blöderweise war ich auch hier ungeduldig und hatte das Ding kopfüber abgestellt, wegen dem Festkleben der Füßchen, und natürlich hat sich eine der dünnen Holzstreben der Ablage oben rechts in den Lack gedrückt. duhuh

Wie auch immer... ich werde bei Gelegenheit eine zweite Uhr machen, nochmal das Selbe, aber dieses Mal mit Stundenmarkierungen aus einem anderen, flachen Metall und das Ding von Grund auf gleich sauber lackieren und schleifen und lackieren und schleifen und... und erst dann die Goodies befestigen. Und eventuell einen Rahmen, vielleicht findet sich nämlich bei Gelegenheit dann sogar eine Glasabdeckung. sleep