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Das Körpergewicht

März 2019

Mal ein ganz anderes Thema als sonst und abseits der digitalen Welt: Ich bin mal wieder im Abnehm-Modus. Amüsant, ich weiß, ich weiß... Vor allem denken sich die meisten unbekannten LeserInnen jetzt, dass ich einer von den übergewichtigen, klassischen Computer-Nerds bin, die unbeweglich, leicht schwitzend und schnaufend mit der Cola-Dose vor dem Monitor sitzen und dabei Doom spielen und für die Bewegung in die große, weite Welt da draußen eine Mühsal ist.

Nicht leicht genug

Nein. Davon bin ich mit meinen 38 Lebensjahren bei einer Körpergröße von 1,77~ oder etwas mehr und einem Gewicht von 84 Kilo glücklicherweise doch (noch) ein Stück entfernt. Im Gegenteil, die meisten Umstehenden empfinden mein Gewicht entweder als recht normal oder als normal im Rahmen des gesetzten Alters und gelebten Alltag. Das ist mir bewusst und ich weiß es auch, sobald ich nur mal wieder an einer Bustation oder im Zug mir andere Männer bewusst anschaue. Entweder sie sind von Grund auf athletisch oder trainiert gebaut, speziell bei Arbeitern zu sehen, oder sie schleppen alle ihr Bauchfalten, Bauchbeulen und andere unnütze Dinge mit sich. Speziell die übliche als Bierbauch bezeichnete Auswölbung ist mehr oder weniger Standard in der Masse.

Somit müsste ich mir keine Sorgen und Gedanken um dieses Thema machen (also nicht weniger oder mehr als andere Menschen), allerdings war ich speziell als Kind und auch noch als Jugendlicher oft weniger als eine Bohnenstange. Man könnte auch Fruchtfliege sagen, während ich heute wohl eher mit einer Schwebfliege oder pollenbesetzten Biene verglichen werden könnte. Wohl hatte ich mich als Leichtgewicht nie gefühlt, weil man schlacksig und unbeholfen unterwegs war und manchmal sogar Mädchen meine damals schlank-langen Beine als idealen Richtwert bezeichneten, während die männlichen Kollegenvertreter gerne breitbeinig und breitarmig ihr Masse zur Schau stellten und mich alleine mit ihrem Luftdruck beim Vorbeigehen wegschubsten.

Zunehmen ist gar nicht so leicht

Somit wollte ich natürlich immer zunehmen, aber ich hatte keine Chance. Auch mit ungesunder Ernährung, zu viel Zucker, zu viel Fett, Mac Donalds zum Frühstück und Chips am Abend und anderen Dingen, die man allgemein als Sünden der Ernährung bezeichnen würde, tat sich nichts. Mein Klassiker-Gewicht über Jahre hinweg und noch länger, eigentlich mehr als ein Jahrzehnt oder noch mehr, waren immer: 64,5 Kilo. Egal wann oder wie, es ging immer nur um ein Kilo rauf oder runter, meistens sogar eher runter.

Mein Vater scherzte mal, dass das bei ihm auch so war, aber mit 35 Jahren dann ging er auf - was ich gedanklich nicht weiter beachtete und auch als nicht hilfreich erachtete. Tja, falsch gedacht, denn seit meinem 35. Geburtstag habe ich nun tatsächlich auch zugenommen. Und bin nun bei 84 Kilo gelandet, schon seit fast einem Jahr jetzt durchgehend. Ich fühle mich nicht unbedingt unwohl damit und es ist ok eigentlich, auch wenn die frühere Jeans damit nicht mehr zugeht und das XS- oder S-Hemd sich nicht mehr schließen lässt und ich nun bei der klassischen Standard-M Größe gelandet bin.

Der eigene Rucksack

Es gibt aber ein Aber. Es ist dennoch bewusst merkbar und das stört. Auch ist es logisch, wenn man immer 64 Kilo hatte und später dann 84 Kilo, ist das ein Unterschied von 20 Kilo, der auffällt. Das klingt für den Einen oder Anderen jetzt nicht so viel und für manche sogar nach Peanuts, aber in meiner Weltanschauung sind das wie 20 Mineralwasserflaschen, die ich zusätzlich nun mit mir herumtrage.

Man stelle sich vor, jemand lädt zu einer Wanderung ein und vor dem Start wird man gebeten, einen Rucksack mit 20 Liter an Wasser einfach mal so umzuschnallen, obwohl es unterwegs überall sowieso was zum Trinken gibt. Das klingt anstrengend, unsinnig, nicht erstrebenswert und das wäre es auch nicht.

Und genauso ist es mit dem Körpergewicht, auch wenn man es nur in punktuellen Variationen am Bauch und dergleichen sieht. Mein Gesamtgewicht ist in Summe heutzutage einfach höher und dieses Gewicht muss der Körper im Alltag mitschleppen - über jede Stufe, jeden Berghang, bei jeden Weg zum Autobus, Zug oder Auto und in jedem Supermarkt. Oder vom Sessel beim Aufstehen oder wenn man das Bett verlässt. Auch wenn man es nicht tatsächlich bewusst "merkt", ist das Wissen über 20 Kilo mehr unangenehm und ob man will oder nicht: es ist auch einfach eine Belastung für den Körper.

Was also tun? Nun ja, wer sich diese Frage tatsächlich ernsthaft stellt, dem kann man eh nicht mehr helfen. Denn die Antwort nennt sich einfach gesunde Ernährung und Sport. Was für eine Überraschung und Erkenntnis. Nicht.

Das mit der guten Ernährung ist sogar einigermaßen gegeben, bis auf wenige Ausnahmen mal da und dort (Schokolade/Kakao ~ Zucker) und es lässt sich durchaus steuern. Ich esse nicht aus Appetit-Gründen oder "Weil es so schmeckt", sondern einfach, weil ich zu gewissen Uhrzeiten hungrig bin oder den Kreislauf stabilisiere damit. Das Essen ist also nicht der Reiz oder die Sucht und somit das tatsächliche Problem und auch nicht die große Herausforderung - hier kann ich leicht schnell reduzieren. Es ist eher eine Gewohnheitssache, die man mit etwas Übung schnell wieder anpassen bzw. reduzieren kann.

Man lässt nach

Was jedoch tatsächlich eher das Problem ist, ist, dass man im Laufe der Jahre immer gemütlicher wird. Früher ging man die ganze Strecke mal eben zu Fuß, jetzt nur mehr die Hälfte. Oder lässt sich mehr Zeit, denn ich bin eigentlich ein ausgesprochener Schnellgeher, laufe fast eher im Alltag und überhole ständig andere Passanten (und ärgere mich über sie dabei). Das ist mittlerweile ein bisschen träger geworden. Und so reduziert man stückchenweise den körperlichen Alltagsbetrieb in einer gegenseitigen Wechselwirkung und der Winter inklusive Bürozeiten mit vielen Meetings und viel Computerarbeit (also langes Sitzen) tut sein übrigens dazu.

Anbindungsfreies Tracken

Hier gilt es also (wieder) ergänzend anzusetzen. Einfach mehr bewegen, ganz unkompliziert und auch ganz ohne irgendwelche abstrusen Programme, Tools, Philosophien und Ratgebern oder gar speziellen Trainingsplänen und "ich messe mich mit Daten zu Tode".

Das Einzige, das ich wirklich als Messung zur Zeit probiere, ist die tägliche Schrittzahl von den klassischen Standard 10.000 Schritten auf 12.000 bis 15.000 zu erhöhen (so wie früher bereits) und sie fest in meinem Alltag einzubauen. Einen Teil mehr des Arbeitsweges zu Fuß zu gehen, nochmal eine Runde extra oder doch öfter auch im Büroalltag aufzustehen.

Nachdem ich in meinem beruflichen Umfeld scheinbar einer der Wenigen bin, der nicht mit einer modernen Smartwatch herumläuft und sein Leben damit umfassend in der Cloud trackt und mit Firmen weltweit teilt, und das auch weiter so handhaben möchte, habe ich mir um 14 Euro einen schlichten "quasi analogen" Schrittzähler zum Anklippen aus dem Sportbereich der vorigen Generation angeschafft. Ein eingebauter 3D-Sensor erfasst tagsüber die Geh-Bewegungen und gibt einfach die Schrittzahl (plus Kilometer) und Kalorienverbrauch (sehr grob) anhand Schrittlänge und Gewicht zusammengefasst inklusive die der letzten 30 Tage auf einem klassischen LCD-Display aus. Zudem schaltet das Gerät selbständig auf Standby und aktiviert sich auch bei Bewegungen wieder... ist also dauerhaft aktiv Tage-, Wochen- und Monatelang, ohne dass man was dazu tun muss.

Also absolut ausreichend für meine kleinen Zwecke, unkompliziert, leichtgewichtig und ganz ohne Netzanbindung, Updates, Clouds, Verträgen und dergleichen.

Somit liegt mein persönliches Ziel der nächsten Monate auf normale, gesunde 70~74 Kilo zu reduzieren. Also 10 Kilo weniger, was schon einiges ist, wenn man sich das wieder in Mineralwasserflaschen visualisiert. Jedoch angemessen für mein Alter, Größe und Lebensstil, sowie Wohlbefinden. Erreichbar mit mehr Bewegung und einen leicht reduzierten Nahrungsumfang mit etwas weniger Schokolade in Milch aufgelöst.

Auf in einen Fruchtfliegen-Sommer! \o/ Updates werden folgen.